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Moccacino für 5,89 Euro aber kein Geld für die Altersvorsorge

Wie lecker dein Moccacino heute wieder schmeckt. Hast du dir auch den extra Shot Caramel-Flavour bestellt? Hmm… lecker… Du kannst dir auch ruhig mal was gönnen oder? Was kostet das Teil eigentlich? 5,89 Euro? Ach komm, das merkst du doch gar nicht, wenn der Kleckerbetrag im Geldbeutel fehlt. Was sind schon 5,89 Euro im Vergleich zu dem positiven Gefühl, was du dir dadurch kaufst? Du willst dir ja auch mal was gönnen. Dieser Kaffee gehört nur dir. Den kann dir keiner nehmen. Und den verteidigst du mit deinem Leben wenn es sein muss. Es ist nur Kaffee… aber der bedeutet dir verdammt viel! 🙂

Dein Kaffee schmeckt auch zuhause köstlich


Wie sagt man so schön?

Der Kaffee schmeckt auch zuhause gut.

Warum machst du ihn dir dann nicht einfach mal zuhause?

Kaffee ist nicht nur zum Runterkippen da, sondern kann auch richtig genossen werden. Die heimische Küche ist dafür besser geeignet als jede Straßenbahn oder jeder Bus.

Zumal du zuhause beim Kaffeetrinken einen unschlagbaren Vorteil hast: Du kannst deine Kaffeetasse hochheben ohne fünf Leute vollzukleckern. (Großfamilien ausgeschlossen) 🙂

Probier es also mal aus…

Mach dir am Morgen einen schönen altmodischen Filterkaffee in deiner Küche. (Ich nutze die Melitta 1010-02 bk Easy Kaffeemaschine mit Glaskanne und Tropfstopp* und bin mega happy damit!)

Setz dich ein paar Minuten hin und genieß den Ausblick aus deinem Küchenfenster. Schalte deinen Kopf ab und schau den Vögeln auf dem Baum vor deinem Haus zu.

Du wirst folgendes sehr schnell merken: Die Entschleunigung von deinem mörderischen Alltag spart dir nicht nur die 5,89 Euro für deinen überzuckerten Moccacino, sondern auch jede Menge Nerven.

5,89 Euro kannst du viel besser nutzen


Ich höre schon deinen Einwand:

Die 5,89 Euro mehr merkst du doch gar nicht in deiner Geldbörse. Wenn du sie am Morgen sparst, gibst du sie am Abend beim Einkaufen wieder aus.

Sieh es bitte mal aus einer anderen Blickrichtung.

Wieviele Moccacinos könntest du dir im Alter gönnen, wenn du jetzt mal einen weniger trinkst?

Ja, ja ich weiß… jetzt fängt der schon wieder mit Altersvorsorge an. Davon willst du aber nichts wissen. Bevor du dich mit so einem Thema beschäftigst, gehst du lieber abwaschen, die Toilette putzen oder Abflüsse frei machen.

Altersvorsorge hat aber nicht unbedingt etwas mit Alter zu tun.

Du ganz allein entscheidest wann du in „Rente“ gehst. Das kann mit 67 oder aber auch mit 45 sein.

Und je öfter du heute auf deinen Moccacino verzichtest, umso eher kannst du dich in deinem persönlichen Ruhestand mit dem Zeug zukippen.

Wenn du möchtest kannst du sogar drin baden. Ich habe gehört, es soll bei Starbucks mittlerweile Kaffeebecher in Badewannengröße geben! 🙂

Beeinflusst ein Moccacino wirklich deine Altersvorsorge?


Ich möchte, dass wir zusammen ein kurzes Rechenbeispiel durchgehen.

Angenommen du gönnst dir jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit deinen leckeren Moccacino.

Du bist mal krank oder hast mal kein Bock dich mit dem Zeug vollzukleckern und fährst einfach weiter. Sagen wir also du gönnst dir den Spaß nur an vier Tagen die Woche.

Bei 5,89 Euro pro Moccacino („grande“ ist deine Mindestdosis) macht das 23,56 Euro pro Woche. Im Monat sind das ca 90 Euro und im Jahr knappe 1.000 Euro.

Du gibst also 1.000 Euro im Jahr für einen Pseudo-Kaffee aus.

1.000 Euro? 

Das ist locker ein kleiner Urlaub. Und den verschlürfst du einfach so auf dem Weg zur Arbeit.

Aber es geht noch weiter…

Wie viele Jahre wirst du dieses Zeug trinken?


Ziehst du deine Morgenroutine noch 18 Jahre lang durch, hast du am Ende ca 18.000 Euro in Moccacinos investiert!

Ahnst du was jetzt kommt?

Ich werde dir einen abgedroschenen Spartipp um die Ohren hauen und dir vorrechnen, wieviele Minuten du früher in Rente gehen kannst, wenn du dein Kaffee-Geld lieber für die Altersvorsorge sparst, anstatt es auszugeben.

Du kennst das ja schon. Bloß hälst du nichts davon. Ich auch nicht. Warum auch?

Für 0,02% Zinsen bei deiner Bank Geld sparen bringt nur Frust und Verzweiflung. Ich würde das auch nicht machen.

Spare das Geld nicht – investiere es!


Hast du mal daran gedacht, deinen Bankberater zu fragen wie du dein Moccacino-Geld besser anlegen könntest?

Wenn du willst, dass er künftig mehr Moccacinos trinkt als du, mach das ruhig. 🙂 Gönnst du es ihm jedoch genauso wenig wie ich, folgst du lieber meinem Vorschlag.

Dein 1.000 Euro Moccacino-Budget investierst du zukünftig einfach in ETFs.

Wenn du noch nichts von ETFs gehört hast, möchte ich dir einen kurzen Eindruck verschaffen.

Während der ganze Mist, den du von deiner Bank angedreht bekommst, der laktosefreie, fettreduzierte, Soja Caramel-Frappuchino ist, ist der ETF der Filterkaffee unter den Finanzprodukten.

Schmeckt gut, ist günstig und hat sich bewährt. Nichts Besonderes… Kein Milchschaum und kein Caramelsirup. Aber er ist das was er sein soll. Ein richtig guter Kaffee.

Ein ETF verzichtet auf den ganzen unnützen Kram und macht nur das, was er soll: Er vermehrt dein Geld. Und das macht er richtig gut.

Kannst du dir vorstellen, was nach 18 Jahren herauskommt, wenn du 90 Euro im Monat nicht für Moccacinos, sondern in einen ETF zu einem durchschnittlichen Zins von acht Prozent investierst?

Satte 42.000 Euro!

Du denkst, dass acht Prozent Zinsen verrückt sind?

Acht Prozent beträgt die – bewiesene – Rendite eines ETFs auf den DAX über die vergangenen 20 Jahre.

Woher aber kommt der große Unterschied zu den 18.000 Euro, die du zusammensparst wenn du das Geld nur ins Kopfkissen steckst? Klar, der durchschnittliche Zins von acht Prozent ist super aber das allein erklärt es nicht.

Der Zinseszins steht auf deiner Seite


Albert Einstein wurde einmal gefragt, was er für die größte Macht im Universum hält. Er antwortete:

Der Zinseszins

Wie der Zinseszins genau funktioniert, habe ich dir in meinem Artikel über das Geld investieren zusammengefasst.

Trotzdem möchte ich dir die Macht des Zinseszins hier kurz erklären.

Die acht Prozent, die du im ersten Jahr mit deinem ETF an Zinsen verdienst, werden im zweiten Jahr mitverzinst. Und die Zinsen aus dem dritten Jahr werden im vierten Jahr mitverzinst. Das geht immer so weiter.

Dein Vermögen wächst immer schneller und schneller


Je länger du also auf deine Moccacinos verzichtest, umso größer wird dein Vermögen.

Mir ist klar, dass Geld investieren und Altersvorsorge so sexy sind wie Schuhe putzen… Aber dann vergiss doch die Altersvorsorge einfach!

Stell dir stattdessen vor, du könntest dir von deinem angesparten Vermögen eine berufliche Auszeit nehmen.

Oder du unternimmst ein Abenteuer und machst eine Weltreise mit deinen liebsten.

Das Studium deiner Kinder mit einem Schlag bezahlen? Kein Problem!

Endlich den Bootsführerschein machen? Portokasse!

Wäre das nicht unglaublich?

Und das alles nur, weil du eine teuere Morgenroutine gegen eine günstigere ersetzt und dabei auch noch deinen Start in den Tag entschleunigst.

An der Starbucksschlange fährst du dann nur noch mit einem Lächeln vorbei und weißt, dass du gerade etwas für die Verwirklichung deiner Träume getan hast.

Ist das nicht ein großartiges Gefühl?

Was denkst du?


Kannst du dir vorstellen, dass du auf deinen Moccacino-Zuckerschock am Morgen verzichtest? Fällt es dir schwer, das gesparte Geld in deine Altersvorsorge zu investieren? Ich bin gespannt auf deine Meinung!

Lass dir nichts erzählen!
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22 Kommentare
  • Ferhat
    4 März, 2017

    Das erinnert mich immer an die ganzen Schüler und Bafög-Studenten, die am Ende des Monats kein Geld mehr haben, die man aber immer mal wieder bei Starbucks gesehen hat… 😉

    Wer weiß, wie reich die schon gewesen wären… 😀

    • Bankenmärchen
      5 März, 2017

      Wenns die nur mal interessieren würde… 🙂 Aber da arbeiten wir ja alle dran! 😉

  • freaky finance
    4 März, 2017

    Also ich trinke ja weder Pseudo- noch richtigen Kaffee. Mag ich einfach nicht. Fand ich schon immer ekelig! Gibt es wirklich sooo viele Bekloppte die sich (fast) JEDEN Tag diesen Schwachsinn für 5-6€ gönnen???
    Dann hoffe ich inständig, dass die alle diesen Artikel lesen und in der Folge ihren Vermögensaufbau in geordnete Bahnen lenken ?
    Die Entschleunigungsidee als Genussritual finde ich fast noch besser. Mich regen diese Pappbecherträger nämlich auch auf, wenn sie ihr Gesöff wie ein rohes Ei durch den Berufs U-Bahnverker tragen und dabei denken, genau das sei gerade das Wichtigste. Dann ist meine während des Morgenrituals erworbene gute Laune fast schon wieder dahin ?.
    In diesem Sinne: Für mehr Vögelgezwitscher und weniger Zuckerplürre am Morgen!
    Gott sei dank habe ich keine Starbucks-Aktien…

    • Bankenmärchen
      5 März, 2017

      Nieder mit den Pappbechern! 🙂

  • Axel
    6 März, 2017

    Den Denkansatz find ich genau richtig… für mich gilt das vor allem auch für größere Sachen wie Neuwagen, Küchen, Möbel… ich rechne inzwischen größere Ausgaben immer direkt in entgangene Mieteinnahmen oder passives Einkommen um: 10.000 € heute ausgeben sind 300-400 €/Monat weniger an Mieteinnahmen in 20 Jahren haben (bei den aktuellen Immobilienpreisen passt das vielleicht nicht mehr so ganz, aber die Logik passt immernoch :-)).

    • Bankenmärchen
      8 März, 2017

      Kaffee… Miete… Ist doch alles das Gleiche! 🙂

  • Marielle
    6 März, 2017

    Ich gehöre ebenfalls nicht zu den Kaffeetrinkern und gönne mir stattdessen 4 Mal pro Jahr (ok, vielleicht sind es auch 5 oder 6…aber mehr auf keinen Fall!) einen Kakao oder Chai Latte beim bösen Starbucks.

    4 Mal pro Woche ist für mich unvorstellbar. Da ich mitten in der Frankfurter City arbeite, kann ich die von dir produzierten Bilder im Kopf deiner Leser aber nur bestätigen – morgens 7.30-9 Uhr in Frankfurt läuft gefühlt jeder Zweite mit einem Starbucks-Becher in der Hand zur Arbeit. Unvorstellbar, vor allem auch aus finanzieller Sicht – von den Kosten des Getränkes können wir uns teilweise zu zweit ein leckeres Abendessen (selbst) kochen (und das mit frischen Zutaten).

    Aber dies den Starbucks-Jüngern klar zu machen, ist wahnsinnig schwer. Und wenn es nicht der Starbucks Kaffee ist, der an der Altersvorsorge hindert, ist es vielleicht das neue Leasing-Fahrzeug, die sinnlosen Alkohol-Parties am Wochenende oder der 20. Markenpulli im Schrank.

    Ich ignoriere inzwischen die Geldverschwendungssucht meines Umfeldes und kümmere mich um mich. Wer etwas ändern will, hat heute alle Möglichkeiten – aber meine Energie verschwende ich nicht mehr an Belehrung meiner Konsumliebenden Freunde 😉

    Einen schönen Tag und LG
    Marielle

    • Bankenmärchen
      8 März, 2017

      OH! Habe gehört, die Coffee to go-Dichte ist in der Frankfurter Innenstadt mittlerweile genauso hoch wie die Krawattendichte?! Stimmt das? 🙂

      • Marielle
        10 März, 2017

        Ja das kann ich so bestätigen 😉 Der To-Go Becher liegt inzwischen vielleicht sogar etwas vor den Krawatten…

      • Bankenmärchen
        10 März, 2017

        Haha 🙂 Dann muss ich wohl noch mehr Artikel schreiben… schreibt ihr doch auch mal einen! 🙂

  • Ich sammle langsam mal alle Artikel, die irgendeine Form von Kaffee in diametral gegensätzliche Position zur Sparsamkeit stellen. An anderer Stelle kam doch schon die Zahl von 150.000 Euro raus, obwohl dort der Kaffeepreis mit 3,85 Euro veranschlagt wurde. Ob ich mit Zinseszinsrechnung eine Portfoliorendite bestimmen kann, wäre auch noch so eine Frage. Und warum ich ausgerechnet in den DAX ETF Geld stecken sollte. Man wird ja wohl noch fragen dürfen!
    Wie auch immer – ein unterhaltsamer Artikel, besten Dank dafür!

    • Bankenmärchen
      8 März, 2017

      3,85 Euro? Da kriegste doch kein Double-Caramel-Shot dafür! 🙂 Mit dem Dax fällt es immer ein wenig leichter in die Börse einzusteigen. Außerdem ist das ein süßes Tier! 🙂

  • denkfabrik
    9 März, 2017

    Hey BM,
    sehr unterhaltsamer Artikel, mit der Überschrift hattest du mich schon 😉
    Wie Chris schreibt, scheint Kaffee ein Dauerbrenner unter uns Bloggern zu sein. Deine herangehensweise finde ich aber sehr angenehm. Als ob man ein kleines Märchen liest.
    Aber was soll man sagen. Mit den vermeintlich kleinen Ausgaben lässt sich großes anstellen. Bei mir war das im Jänner beispielsweise nicht Kaffee, sondern das Parken. Sage und schreibe 150€ gingen dafür drauf,weil ich mir zu bequem war mir eine alternative zu suchen. Wichtig ist, wirklich erst mal zu erkennen, dass die Alternativensuche wirklich etwas bringt. U d das hast du mit dem Artikel schön herausgearbeitet. Lg johannes

    • Bankenmärchen
      9 März, 2017

      Schön, dass es dir so gefällt! Dann habe ich mein Ziel erreicht! 🙂 Diese kleinen, miesen Fallen gibt es leider überall…

  • Sparkojote
    11 März, 2017

    Kann ich nur zustimmen! Wobei ich ab und an schon sehr gerne im Starbucks bin 🙂
    Manchmal gönnt man sich diesen „Luxus“ oder eben das Erlebnis eines Soja-Latte Double Shot 😉 Wenn ma nes nicht übertreibt, bleibt es sogar noch etwas spezielles!

    Gruss
    Der Sparkojote

    • Bankenmärchen
      11 März, 2017

      Ab und zu mal eine Belohnung muss drin sein… aber der ruhige Kaffee am Fenster ist wahrscheinlich mehr Belohnung als sich im Bus vollzukleckern… 😉

  • Der Finanzfisch
    14 März, 2017

    Super geschrieben!
    Ich mache es auch so: Regelmäßige Ausgaben rechne ich hoch und stelle sie einer Anlage via ETF-Sparplan gegenüber. Dann entscheide ich neu, ob es mir das Wert ist.

    Hochpreisigen Zucker-Kaffee gönne ich mir schon lange nicht mehr regelmäßig. Wenn es hoch kommt 1 oder 2 Mal im Jahr. Der Kaffee zu Hause hat eh eine bessere Qualität und ist gesünder. 🙂

    Viele Grüße
    der Finanzfisch

    • Bankenmärchen
      15 März, 2017

      Du bist mir auf Anhieb sympathisch! 🙂

  • Thomas
    14 März, 2017

    Hey, rede den Leuten nicht den guten Starbucks-Kaffee aus! Von irgendwoher muss ja das Geld kommen, das Starbucks dann als Dividende auszahlen kann. An mich, natürlich 😉

    • Bankenmärchen
      15 März, 2017

      Solange du die nicht in Moccacinos anlegst! 🙂

  • Zinskraft
    24 März, 2017

    Hallo Sascha,

    genialer Artikel! Hatte sehr viel Spaß beim Lesen!

    Ich hätte noch eine leckere Alternative für alle Moccacino-Trinker: Ich bin auch leidenschaftlicher Kaffeetrinker, aber 5,89 Euro sind der absolute Wahnsinn. Um dennoch ein bisschen Abwechslung in meine Kaffee -Routine zu bekommen, mach ich mir nun regelmäßig Cold Brew. Dadurch, dass er kalt ist, kann ich ihn auch mitnehmen und trinken, wann immer ich will. Jetzt kommt sicher der Einwand: Kalter Kaffee? Das kann nicht schmecken! Cold Brew ist aber nicht irgendein kalt gewordener Kaffee, sondern ein schon immer kalt gewesener Kaffee Der schmeckt dann sogar meiner Kaffee verabscheuenden Frau Probiert es mal aus und überzeugt euch selbst!

    Und nicht vergessen, euer damit gespartes Geld fleißig in ETFs zu investieren! Dann könnt ihr euch selbst von der Kraft des Zinses überzeugen und werdet sehen, wir recht Einstein mal wieder hatte!

    • Sascha
      6 April, 2017

      Kalter Kaffee? Solange keine Tonne Milchschaum drauf ist! Vlt. mal einen Versuch wert! 😉

    Was denkst du?

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