Es ist schon wieder passiert. Noch eine Woche bis Monatsende und das Geld ist alle. Jetzt bleibt dir nur noch eines übrig, um nicht jeden Tag Reis und Nudeln essen zu müssen: das Konto überziehen. Du schaffst es einfach nicht mit deinem Geld auszukommen, bevor der Monat rum ist. Neue Klamotten, Partys und regelmäßiges Essengehen hinterlassen ihre grausamen Spuren auf deinem Girokonto. Und so rettet dich jedes Mal wieder die Kontoüberziehung vorm Verhungern.

Dabei lässt dich das folgende Märchen einfach nicht los:

Das Girokonto überziehen ist etwas schlechtes. Du hast dein Leben nicht im Griff und deine Schulden werden immer größer.

Die Wahrheit aber ist:

Ist dein Konto im Minus, gewinnst du mehr Kontrolle über deine Ausgaben und sparst dabei sogar noch Geld. 😲

In diesem Märchen erkläre ich dir:

  • Warum du dich für ein Minus auf dem Konto nicht schämen musst.
  • Was du beim Konto überziehen beachten solltest, damit du keinen Ärger von der Bank bekommst.
  • Welche Kosten bei einer Kontoüberziehung auf dich zukommen.
  • Wie dir das Girokonto überziehen beim Geld sparen hilft.
  • Wo du dein Konto günstig überziehen kannst (und so viel mal vorweg: die Sparkasse ist es nicht 🤫).

Was heißt Konto überziehen und was bedeutet es für dich?

Dein Konto ist im Minus, dein Girokonto überzogen und dein Kontostand wird jetzt in rot statt grün angezeigt.🚦

Was bedeutet das? Ändert sich außer der Farbe auf deinem Konto noch etwas? Zunächst einmal bedeutet ein roter Kontostand folgendes:

Du hast kein Geld mehr. 😱

Kein Geld mehr auf dem Konto zu haben klingt dramatisch, ist es aber gar nicht. Auch wenn du dein Girokonto überzogen hast, läuft auf deinem Konto zunächst alles ganz normal weiter.

Dein Girokonto wird nicht gesperrt. Die Bank ruft nicht die Polizei und du brauchst auch kein schlechtes Gewissen haben. 😇

Ist dein Konto überzogen, entstehen dir keine Nachteile.

Dein Bankkonto funktioniert mit einem negativen Kontostand nach wie vor einwandfrei und du kannst es ganz normal weiternutzen, z.B:

  • Mit deiner Kreditkarte im Internet einkaufen.
  • Überweisungen ausführen (z.B. das Bezahlen von Rechnungen).
  • Lastschriften abbuchen lassen (z.B. die Abbuchung von Abonnements).
  • Mit der EC-Karte einkaufen.
  • Deine Daueraufträge ausführen lassen (z.B. für deine monatliche Miete).
  • Mit der EC-Karte Geld abheben.

Was passiert beim Konto überziehen?

Aber auch wenn dein Konto ohne Einschränkungen weiter funktioniert, gibt es beim Konto überziehen ein paar wichtige Regeln, die du unbedingt beachten solltest.

Zunächst solltest du dir folgendes bewusst machen:

Ist dein Konto überzogen, hast du Geld ausgegeben was dir nicht gehört. 🤭

Und wird das Minus auf deinem Konto durch weitere Überweisungen, Lastschriften oder Einkäufe noch größer, gibst du weiter fremdes Geld aus.

Aber wem gehört dieses Geld beim Konto überziehen, wenn es nicht deines ist?

Ist dein Konto im Minus, hast du das Geld deiner Bank ausgegeben.

Oder mit anderen Worten: Du schuldest deiner Bank Geld, wenn du dein Konto überziehst. Und dieses Geld will deine Bank irgendwann wieder zurück haben.

Dazu 2 Beispiele:

  • Du hast gerade 700€ auf deinem Girokonto. Deine Waschmaschine gibt plötzlich den Geist auf und deine Küche steht unter Wasser. Eine neue Waschmaschine kostet 300€. Und als ob das noch nicht genug wäre, muss dein Auto kurz darauf auch noch in die Werkstatt. 500€ für die Reparatur sind kein Schnäppchen aber es hilft nichts. Du brauchst dein Auto für den Weg zur Arbeit. Dein Konto ist jetzt mit 100€ im Minus, die deiner Bank gehören.
  • Kurz vor Monatsende möchtest du nochmal mit deinen Freunden essen gehen. Der Abend wird länger, die Drinks teurer. Deinen Kontostand hast du nur so ungefähr im Kopf. Aber du möchtest dich auch nicht bremsen, denn du genießt deinen Abend. Ein paar Tage später stellst du fest, dass du dein Konto überzogen hast. Vor dem netten Abend mit deinen Freunden hattest du noch 50€ auf dem Konto. Das Essen und die Drinks haben aber 80€ gekostet. Deine Kontoüberziehung beträgt jetzt 30€.

Wie funktioniert Konto überziehen?

Du kannst mit deinem Konto nicht nur durch die undichte Waschmaschine, das kaputte Auto oder die lange Partynacht ins Minus zu rutschen.🍷

Nachfolgend ein noch ein paar Beispiel aus dem Alltag, die bei dir zu einer Kontoüberziehung führen können:

  • Du hast dein Konto mit deiner EC-Karte überzogen (z.B. durch einen Einkauf oder eine Geldabhebung).
  • Es gab eine Paypal-Abbuchung auf deinem Girokonto.
  • Du musstest noch eine dringende Überweisung ausführen.
  • Es wurde noch eine verspätete Lastschrift von deinem Konto abgebucht.
  • Die Kreditkartenabbuchung des letzten Monats hat dein Konto überzogen.

Warum und wodurch du dein Konto überziehst, spielt für deine Bank keine Rolle. Sie interessiert es nicht, ob du durch deine nervige Waschmaschine oder das Essengehen mit deinen Freunden ins Minus gerutscht bist.

Beim Konto überziehen beschäftigt deine Bank nur eine einzige Frage:

Hast du einen Dispo oder hast du keinen? 🤔

Die Antwort auf diese Frage ist deiner Bank sehr wichtig. Denn sie unterscheidet beim Konto überziehen zwischen 2 Arten:

  1. Konto überziehen mit Dispo.
  2. Du überziehst dein Konto ohne Dispo (geduldete Überziehung).

Warum diese Unterscheidung für deine Bank so wichtig ist, klären wir noch. ➡️

Bereits aber so viel vorweg: Wenn du dein Konto mit einem Dispo überziehst, machst du deine Bank sehr glücklich. Konto überziehen ohne Dispo findet sie gar nicht witzig.

Was ist ein Dispo?

Ein Dispo ist ein Kredit.💡

Das heißt, deine Bank leiht dir mit einem Dispokredit Geld, dass du ausgeben kannst aber später wieder zurückzahlen musst.

Im Unterschied zu einem „normalen“ Kredit, hat ein Dispokredit jedoch eine Besonderheit:

Beim Dispokredit bekommst du kein Geld ausgezahlt.

Ein Dispokredit wird auf deinem Girokonto als „negative Grenze“ hinterlegt und ist die Erlaubnis deiner Bank, dass du mit deinem Konto bis zu dieser Grenze ins Minus rutschen darfst. ✅

Dazu 3 kurze Beispiele:

  • Deine Bank hat dir einen Dispo über 2.000€ auf deinem Girokonto eingerichtet. Du hast kein Geld mehr auf deinem Konto aber du musst noch eine wichtige Rechnung über 200€ bezahlen. Mit deinem Dispokredit ist das kein Problem. Du kannst das Geld überweisen und rutscht mit 200€ ins Minus. Du nutzt deinen Dispokredit jetzt mit 200€.
  • Nachdem du die 200€ überwiesen hast, bekommst du ein paar Tage später einen Brief von deinem Stromanbieter. Er möchte eine Nachzahlung von dir über 150€ haben. Wieder loggst du dich in dein Online Banking ein und überweist die 150€, obwohl du eigentlich schon kein Geld mehr hast. Du nutzt deinen Dispokredit jetzt mit 350€.
  • Jetzt schickt auch noch das Wasserwerk einen Brief. Du rechnest mit einer Nachzahlung aber bist positiv überrascht. Dieses Mal hast du weniger Wasser verbraucht als sonst und bekommst dafür 50€ auf dein Girokonto gutgeschrieben. Deinen Dispo nutzt du jetzt nur noch mit 300€.

Konto überziehen mit Dispo.

Wenn du deinen Dispo nutzen möchtest, musst du nichts weiter machen. Dein Dispokredit aktiviert sich von ganz allein, sobald du mit deinem Konto ins Minus rutscht. ✅

Bei der Disponutzung gelten folgende Regeln:

  • Du kannst deinen Dispokredit jederzeit nutzen, ohne deine Bank zu fragen.
  • Dein Konto kannst du so oft überziehen, wie du willst.
  • Wie weit du deinen Dispo nutzen kannst, legt das Dispolimit fest. Dazu aber später mehr. ➡️
  • Du kannst dein Konto so lange im Minus lassen, wie du möchtest. Es gibt keine zeitliche Begrenzung.

Einen Dispo zu nutzen ist unkompliziert und es gibt nur wenige Regeln, die du dabei beachten musst. Da wirkt es fast so, als würde deine Bank wollen, dass du dein Konto überziehst. 🤫

Und genauso ist es auch:

Deine Bank mag es, wenn du einen Dispokredit hast und auch nutzt, da sie dadurch Dispozinsen verdient und gleichzeitig ihr Risiko kontrolliert.

Warum ist das so?

Mit einem Dispositionskredit sagst du deiner Bank, dass es in Zukunft bei dir vorkommen kann, dass du dein Konto überziehen wirst.

Das beruhigt deine Bank, denn so wird sie nicht ohne Vorwarnung davon überrascht, wenn du mit deinem Konto ins Minus rutscht. 😇

Mit einem Dispo zeigst du deiner Bank aber auch, dass du die Kontrolle über dein Geld hast, selbst wenn du dadurch in einer Kontoüberziehung landest. Und wenn deine Bank dann sogar noch Geld mit den Dispozinsen verdienen kann, könnte es nicht besser für sie laufen.

Konto überziehen ohne Dispo oder wenn der Dispo überzogen ist.

Du kannst dein Konto aber auch ohne Dispo überziehen. Das geht über 2 Wege:

  • Du hast gar keinen Dispo und überziehst dein Konto.
  • Du hast zwar einen Dispo aber bist mit deinem Konto schon über den Dispo hinaus ins Minus gerutscht.

In beiden Fällen rechnet deine Bank nicht damit, dass du dein Konto überziehst. Machst du es doch, wird deine Bank skeptisch. Sie hat Angst, dass du das geliehene Geld ausgibst und nie wieder zurückzahlen wirst.

Überziehst du dein Konto ohne Dispokredit oder ist dein Dispo überzogen, bist du in einer geduldeten Überziehung. 😲

Deine Bank möchte ihr Geld bei einer geduldeten Überziehung am liebsten sofort wieder zurück haben, denn sie duldet die Überziehung nur. Sie findet sie aber überhaupt nicht gut.

Bist du in einer geduldeten Überziehung, wirft deine Bank ein Auge auf dich, weil sie Angst um ihr Geld hat. 🧐

Gleichst du das Minus auf dem Konto ohne Dispo nicht schnell wieder aus, wirst du von deiner Bank Anrufe oder Briefe bekommen. Sie wird dich auffordern, das Minus auf deinem Konto sofort wieder auszugleichen.

Kannst du das Geld in einer geduldeten Überziehung nicht schnell wieder zurückzahlen, kann es passieren, dass dir deine Bank dein Girokonto kündigt.

Ob deine Bank dein Girokonto bei einer geduldeten Überziehung kündigt, hängt von 2 Dingen ab:

  1. In welcher Höhe du dich in einer geduldeten Überziehung befindest (also wieviel Geld du deiner Bank schuldest).
  2. Wie lange du dich schon in der Kontoüberziehung befindest.

Aber selbst wenn du noch nicht lange in der geduldeten Überziehung bist oder es nur wenige Euro sind, mit denen du dein Konto überzogen hast, solltest du es auf keinen Fall darauf ankommen lassen.

Versuche dein Konto in einer geduldeten Überziehung schnell wieder auszugleichen oder nachträglich einen Dispo einzurichten.☝🏻

Kontoüberziehung einrichten und Dispokredit nutzen.

Ab wann darfst du dein Konto überziehen?

Du kannst dein Konto ab dem Zeitpunkt überziehen, indem dir deine Bank die Erlaubnis dafür gegeben hat.

Diese Erlaubnis beantragst du, indem du dir einen Dispo auf deinem Konto einrichten lässt.💡

Für die Einrichtung eines Dispokredits hast du 2 Möglichkeiten:

  1. Du beantragst einen Dispokredit im Online Banking deiner Bank (funktioniert bei Direktbanken sehr gut).
  2. Du beantragst deinen Dispokredit schriftlich (meistens bei Filialbanken wie der Sparkasse oder Volksbank notwendig).

Bei folgenden Bank kannst du einen Dispositionskredit im Online Banking beantragen:

  • ING DiBa
  • comdirect
  • DKB
  • N26
  • Postbank
  • netbank
  • Norisbank
  • Commerzbank
  • Deutsche Bank
  • Consorsbank

Bei einigen Banken musst du für die Einrichtung eines Dispositionskredit entweder in die Filiale oder kannst ihn schriftlich (die Formulare findest du entweder Online auf der Internetseite deiner Bank oder in der Filiale) per Post beantragen:

  • Targobank
  • Hypovereinsbank
  • Sparkasse
  • Volksbank

Das Dispolimit ist die Grenze deines Dispokredits.

Wenn du das erste Mal einen Dispositionskredit zum Konto überziehen einrichten möchtest, wird deine Bank prüfen, welches Dispolimit sie dir geben kann.

Das Dispolimit entscheidet darüber, wie weit du dein Konto überziehen darfst.

Deine Bank legt das Dispolimit fest, nachdem sie sich folgende Informationen über dich angeschaut hat:

  • Wie Kreditwürdig bist du?
  • Wieviel Geld geht regelmäßig auf deinem Konto ein?

Die Bank bewertet deine Kreditwürdigkeit nach einem internen Punktesystem. Dieses Bewertungssystem hält sie geheim, damit du es nicht aktiv beeinflussen kannst. 🤫

Man munkelt aber, dass deine Kreditwürdig davon abhängt, wie oft du in der Vergangenheit bereits mit deinem Konto ins Minus gerutscht bist und wie schnell du deine Kontoüberziehung wieder ausgeglichen hast.

Wie hoch dein Dispolimit ist, hängt auch davon ab, wie viel Geld regelmäßig auf deinem Konto eingeht. Hier spielt die Höhe deines Gehalts eine sehr große Rolle.

Dein Gehalt ist für die Höhe des Dispolimits sehr wichtig, weil es bestimmt, wie schnell du deine Disposchulden wieder zurückzahlen kannst.

Dispo erhöhen oder veringern.

Hast du bereits einen Dispokredit auf deinem Girokonto eingerichtet, kannst du ihn jederzeit anpassen:

  • Du kannst deinen Dispokredit erhöhen. ⬆️
  • Du kannst dein Dispolimit verringern. ⬇️

Bei jeder Änderung wird deine Bank jedoch wieder prüfen, wie Kreditwürdig du aktuell bist und wieviel Gehalt gerade auf deinem Konto eingeht.

Möchtest du dein Dispolimit erhöhen und hast deinen Dispokredit in der Vergangenheit bereits regelmäßig zurückgezahlt, hast du gute Chancen, dass dir deine Bank ein höheres Dispolimit einräumt.

Kosten beim Konto überziehen.

Das Konto überziehen zählt bei deiner Bank zu den Dingen, die einen besonders hohen Preis haben. 💸

Je nachdem, ob du einen Dispokredit auf deinem Girokonto hast oder nicht, fallen beim Konto überziehen unterschiedliche Kosten an:

  • Bist du mit deinem Konto im Minus und hast einen Dispokredit, zahlst du Dispozinsen.
  • Hast du ein Minus auf dem Konto und hast keinen Dispokredit, zahlst du Überziehungszinsen.
  • Wenn du einen Dispokredit hast aber bereits darüber hinaus im Minus bist, zahlst du Dispozinsen und Überziehungszinsen.

Für die Kosten beim Konto überziehen gibt es eine allgemeingültige und sehr wichtige Regel:

Überziehungszinsen sind immer höher als Dispozinsen.💡

Warum ist das so?

Ohne Dispo weiß deine Bank nicht, dass du dein Konto überziehen wirst. Machst du es trotzdem, nimmt die Bank an, dass du gerade Schwierigkeiten mit deinem Geld hast.

Und wenn du Geldprobleme hast, ist das Risiko für deine Bank größer, dass du ihr das geliehene Geld aus dem Dispositionskredit nicht mehr zurückzahlen kannst.

Um dieses Risiko auszugleichen, verlangt deine Bank mehr Zinsen, wenn dein Dispo überzogen ist oder du gar keinen Dispo hast.

Übersicht der Dispozinsen und Überziehungszinsen beim Konto überziehen.

In der nachfolgenden Übersicht kannst du dir einen Überblick über die aktuellen Disposzinsen und Überziehungszinsen der größten Banken verschaffen:

BankDispozinsenÜberziehungszinsen
comdirect6,50%11%
DKB6,74%6,74%
ING DiBa6,99%6,99%
Consorsbank7,75%7,75%
netbank8,00%8,00%
Commerzbank8,75%11,25%
N268,90%8,90%
Postbank10,55%14,95%
Hypovereinsbank10,63%10,63
Deutsche Bank10,90%14,90%
Sparkasse>10%>15%
Volksbanken>10%>15%
Targobank12,43%15,43%

Du kannst in der Übersicht erkennen, dass einige Banken zum Teil gar keine Überziehungszinsen verlangen. 🤔

Das sieht auf den ersten Blick sehr kundenfreundlich aus, kann sich aber auch sehr schnell zu deinem Nachteil wandeln.

Banken ohne Überziehungszinsen haben sehr wenig Toleranz für eine Kontoüberziehung ohne Dispo oder über den Dispo hinaus.

Bist du bei einer Bank ohne Überziehungszinsen in einer geduldeten Überziehung, wirst du sehr schnell Anrufe und böse Briefe bekommen, die dich dazu drängen dein Konto schnell wieder auszugleichen.

Warum Konto überziehen so teuer ist.

Oft sind die Dispozinsen bei Banken so hoch, dass sie sich jenseits von Gut und Böse befinden und du genau hingucken musst, ob du die Zahl gerade richtig gelesen hast. 😳

Da fragst du dich wahrscheinlich folgendes:

Warum zahlst du 10% Dispozinsen, wenn du der Bank mal ein paar Euro schuldest und sie zahlt dir 0,1243% Zinsen, wenn du dein Geld bei ihr anlegst?

Das hat 2 Gründe:

  1. Nutzt du deinen Dispokredit, hast du Geld ausgegeben, dass dir nicht gehört. Da deine Bank nicht sicher sein kann, ob sie ihr geliehenes Geld jemals wiedersieht, lässt sie sich diesen Risiko mit hohen Zinsen bezahlen.
  2. Banken wollen Geld verdienen. Ein Dispokredit ist für deine Bank eine absolute Goldgrube. Banken leihen sich Geld für sehr niedrige Zinsen bei der Zentralbank und verleihen es über den Dispo teuer an dich weiter.

Was ist günstiger: Konto überziehen oder Kredit aufnehmen?

Bei den teilweise hohen Dispozinsen ist dir vielleicht mal der Gedanke gekommen, dass du auch gleich einen Kredit mit günstigeren Konditionen aufnehmen könntest, als bei hohen Zinsen im Dispokredit zu hängen.

Das würde doch Geld sparen oder?

Leider Nein.

Vielleicht sparst du mit einem Kredit ein oder 2 Prozent Zinsen. Aber der große Unterschied zwischen einem Dispokredit und einem „normalen“ Kredit ist folgender:

Ein Dispokredit ist kurzfristig und flexibel. Ein Ratenkredit dagegen ist langfristig und unflexibel. 👎🏻

Das Gute beim „spontanen“ Konto überziehen mit dem Dispo ist doch, dass du jederzeit wieder ins Plus kommen kannst. Bei einem Kredit funktioniert das nicht. Hier zahlst du feste Raten über einen langen Zeitraum ab.

Mit einem Kredit gehst du eine langfristige Bindung ein.

Und du weißt wie das heutzutage mit langfristigen Bindungen ist. Da traut sich im echten Leben doch auch keiner mehr ran. 🤫

Nur in einem Fall ist ein Kredit sinnvoller als ein Dispo.

Wenn du dein Konto bereits mit einem sehr hohen Betrag überzogen hast und sich deine Schulden trotz Dispo Monat für Monat weiter erhöhen, solltest du dringend über eine Umschuldung nachdenken.

Eine Umschuldung bewahrt dich vor der Schuldenfalle.

Wachsen deine Schulden immer weiter an, kann es passieren, dass die Zinsen auf deine hohen Schulden irgendwann so schnell steigen, dass du die Kontrolle über deine Ausgaben verlierst.

Um das zu vermeiden, solltest du frühzeitig darüber nachdenken deinen Dispo umzuschulden. 🤔

Eine Umschuldung läuft wie folgt ab:

  • Du nimmst einen günstigen Ratenkredit bei einer Kreditbank auf. Wichtig ist, dass du diesen Kredit nicht bei der Bank aufnimmst, bei der du deinen Dispo hast.
  • Such dir eine Bank mit sehr guten Kreditzinsen. Von vielen Lesern wurde mir der Vergleichsrechner von Verivox* empfohlen. Dieser Schritt ist wichtig, denn durch zu hohe Zinsen vergrößern sich deine Schulden nur noch schneller. Genau das willst du aber mit einer Umschuldung vermeiden.
  • Hast du einen günstigen Kredit gefunden*, achte darauf, dass die Bank weiß, wofür du den Kredit verwenden möchtest. Gib beim Antragsprozess an, dass du das Geld für eine Umschuldung brauchst.
  • Wenn du den Kredit von der Bank ausgezahlt bekommst, überweise es auf dein Girokonto und gleiche damit dein Konto aus.

Ich weiß, dass es unbefriedigend ist, einen Kredit zu beantragen und nichts von dem Geld zu haben.

Rufe dir daher folgendes in Erinnerung: Eine Umschuldung ist bei einer zu hohen Kontoüberziehung günstiger, als die hohen Zinsen eines ständig wachsenden Disposition zu zahlen. Du sparst mit diesem Schritt bares Geld.

Konto überziehen Zinsen.

Um die Dispozinsen und Überziehungszinsen von deinem Girokonto einzuziehen, hat deine Bank 2 Möglichkeiten:

  • Sie zieht die Zinsen am Ende jedes Monats ein.
  • Sie belastet dein Konto am Ende jedes Quartals.

Welche Option sie zur Abrechnung der Dispozinsen und Überziehungszinsen nutzt, entscheidet jede Bank für sich.

Aber ganz gleich, zu welchem Zeitpunkt deine Bank die Zinsen fürs Konto überziehen von dir haben möchte, es gilt immer der folgende Grundsatz:

Du zahlst für jeden einzelnen Tag, an dem du mit deinem Konto im Minus warst, Zinsen.

Selbst wenn du also nur einen einzigen Tag im Monat dein Konto überzogen hast, zahlst du dafür Dispozinsen oder Überziehungszinsen. Da sind die Banken wirklich sehr genau. 🧐

Konto überziehen Rechner: Anleitung zum Dispozinsen berechnen und Überziehungszinsen berechnen.

Möchtest du du nicht auf die Abrechnung deiner Bank warten und selber deine Dispozinsen berechnen, kannst du das mit der folgenden Formel machen:

(Betrag, im Minus) x (Dispozins) x (Tage im Minus) / 360 Tage
= Dispozinsen, die du deiner Bank schuldest

Für die Berechnung der Überziehungszinsen nimmst du die diese Formel:

(Betrag, im Minus) x (Überziehungszins) x (Tage im Minus) / 360 Tage
= Überziehungszinsen, die du deiner Bank schuldest

Dazu noch ein Beispiel:

Du brauchst eine neue Waschmaschine für 350€. Da du gerade kein Geld mehr auf deinem Konto hast, rutscht du mit 350€ für 10 Tage ins Minus. Der Dispozins bei deiner Bank beträgt aktuell 7%. Deine Dispozinsen berechnest du dann wie folgt:

350€ x 7% x 10 Tage / 360 Tage = 0,70€

Ist dir das Dispozinsen berechnen zu kompliziert, kann ich dir alternativ diesen Dispozinsrechner sehr empfehlen.

Warum du dein Konto überziehen solltest.

Regelmäßiges Konto überziehen hilft dir dabei langfristig Geld zu sparen. 😲

Was zunächst verrückt klingt, lässt sich sehr gut mit einer Reaktion des menschlichen Unterbewusstseins erklären.

Hast du ein Minus auf dem Konto, schlägt dein Unterbewusstsein sofort Alarm, um dich zu schützen. 🚨

Verständlich, denn eine Kontoüberziehung heißt, dass du kein Geld mehr hast. Und ohne Geld fällt das Überleben deutlich schwerer:

  • Dir fehlt Geld für Essen und Kleidung.
  • Du hast kein Geld mehr für die Miete.
  • Du häufst immer mehr Schulden an.

Diese und weitere Ängste dieser Art lassen dein Unterbewusstsein durchdrehen. Es übernimmt die Kontrolle und sucht Lösungen, wie du wieder aus der Schuldenfalle herauskommst.

Aber du bist diesen Gedanken nicht hilflos ausgeliefert. Du kannst die unterbewussten Ängste steuern und mit ihnen sogar Geld sparen.

Dazu solltest du folgendes machen:

Überziehe dein Konto jeden Monat. 📅

Aber wie genau sparst du mit den unterbewussten Ängsten und regelmäßigem Konto überziehen Geld?

Dein Unterbewusstsein bremst deine Ausgaben.

Wenn du dein Konto überzogen hast, wünscht du dir unterbewusst nichts sehnlicher, als auf deinem Konto zurück im grünen Bereich zu sein.

Du willst dich wieder wohlfüllen und nicht Angst haben müssen, dass du dir morgen nichts mehr zu Essen kaufen kannst. 🍔

Das Problem dabei ist:

Du hast ein Minus auf dem Konto aber kein Geld, es auszugleichen.

Dein Unterbewusstsein nimmt dieses Problem war und versucht es aus dem Weg zu räumen, indem es deine Einkäufe und Ausgaben für den Rest des Monats so bremst, dass du automatisch weniger Geld ausgibst.

Und das Beste ist, dass die Kostenkontrolle automatisch in deinem Kopf abläuft, ohne dass du es merkst. 🤯

Dein eigenes Unterbewusstsein kümmert sich darum, dass du weniger Geld ausgibst und wieder aus dem Dispo kommst.

Jedes Mal, wenn du vor einer Entscheidung beim Einkaufen, Online-Shopping oder Geld abheben stehst, wird dein Unterbewusstsein unbemerkt die Kontrolle übernehmen und verhindern, dass du noch tiefer in die Kontoüberziehung tappst.

Du passt deine Ausgaben automatisch an deinen Kontostand an.

Stell dir folgende Situation vor…

Du hast diesen Monat 1.000€ auf dem Konto zum Ausgeben. Dein Kopf weiß, dass die Grenze auf deinem Konto bei 1.000€ liegt.

Wieviel Geld wirst du diesen Monat ausgeben? 800€? 900€?

Falsch.

Du wirst genau so viel Geld ausgeben, wie dir zur Verfügung steht, nämlich die 1.000€.

Jetzt stell dir vor, du hast nur noch 900€ jeden Monat zum Ausgeben.

Dein Kopf erkennt auch diese Grenze und sobald du im laufenden Monat mehr als 900€ ausgegeben hast, wird dein Unterbewusstsein einschreiten und deine Ausgaben stoppen.

Unnötige Sachen kaufst du dir dann nicht mehr, weil dich dein schlechtes Gewissen sonst auffrisst. 🤯

Du lässt es für dich selbst nicht mehr zu, dass du dein Konto noch weiter überziehst und ins Minus rutscht.

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