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Das Märchen um die Sparkasse Soest

Es war einmal die einsame Sparkasse Soest… Von den anderen Sparkassen im Zins-Niemalsland allein zurückgelassen, verspürte man die unersättliche Gier nach mehr Gewinn, mehr Gold… einfach mehr von allem. In ihrem Verlangen kamen die fleißigen und erfinderischen Sparkassen-Tüftler schließlich auf eine glorreiche Idee: „Künftig wollen wir von allen unseren Kunden für jeden Millimeter, den sie sich in unseren heiligen Online-Hallen bewegen, ein paar Goldtaler haben.“ Man hatte schließlich gehört, dass dreiste Kontoführungsgebühren auch bei anderen Banken gut funktionierten. Und so war dies der Beginn eines weiteren wunderschönen Bankenmärchens…

Bei der Sparkasse Soest hat es Klick gemacht.

„Nein, die Sparkasse Soest berechnet keinem ihrer Kunden 1 Cent pro Klick“ Gelesen bei den Kollegen von t3n.

Um was geht es?

„Sparkasse Soest bittet Kunden für jeden Klick zur Kasse.“

„…soll Kunden aktuell 1 Cent Gebühren für die Abfrage des Kontostandes berechnet werden.“

„Der hauptsächlich betroffene Kundenkreis bekommt schlicht kein anderes Bankkonto…“

Was heißt das?

  1. Es kursierten bereits zahlreiche Gerüchte im Netz, dass die Sparkasse Soest skandalöserweise ihren Kunden pro Klick im Online Banking Gebühren abluchst. Ja richtig gehört: pro Klick! Versteckte Kontofühungsgebühren sind durchaus Trend… aber Gebühren pro Klick? Eine wirkliche Innovation im Bankensektor!  Offensichtlich ist man bei der Sparkasse fest davon überzeugt, dass sich das Internet langfristig wohl doch nicht durchsetzen wird. Da kann man solche unnützen Dinge wie das Online Banking schonmal bepreisen. Natürlich geht man mit so einer innovativen Gebühr nicht hausieren. Und so kam es, dass das ganze Schlamassel erst aufflog, als die Sparkasse Soest die bisherige Gebühr von 1 Cent pro Klick auf 2 Cent pro Klick erhöhen wollte. Ich kann mir die Hausbankkunden der Sparkasse richtig vorstellen, wie sie sich die kürzesten Klickpfade aufgezeichnet haben durch das Onlinebanking jagen…
  2. Wie konnte es dazu kommen? Alles fing mit einer merwürdigen Meldung zu einem „günstigen“ Kontomodell der Sparkasse Soest an. Man gab bekannt, dass Kunden dieses Kontomodells künftig eine höhere Gebühr für die Kontonutzung zahlen sollten. Der Pressesprecher begründete das damit, dass bereits „beim bloßen Anklicken der Seite technische Prozesse im Hintergrund ausgelöst“ werden, „die mit Kosten verbunden sind“. Das Soester Schmier… äh Tageblatt sah seine Chance gekommen und machte die Meldung mit ihrer etwas eigenen Interpretation sofort zum lokalen Aufhänger. „Sparkasse Soest verlangt künftig Gebühren pro Klick“. Diese Sensationsmeldung sorgte nicht nur dafür, dass dem Soester-Ureinwohner am nächsten Morgen um halb zehn das Knoppers im Halse stecken blieb, sondern auch dafür, dass Chip, Stern und Bild in die Schlammschlacht um die Soester Sparkasse eingestiegen sind. Dabei hat von der Sparkasse Soest nie jemand tatsächlich bestätigt, dass künftig Gebühren pro Klick anfallen. Hat man die arme Sparkasse vlt. am Ende falsch verstanden und den Vorstand ganz umsonst mit Fakeln und Mistgabeln durchs Dorf gejagt? Aber wie zur Hölle konnte ein solches durcheinander entstehen? Nun, man muss wissen, dass sich die Sparkassen gerne wie im guten alten Mittelalter fühlen. Sie sitzen in ihrer gemütlichen alten Burg mit 10 Meter hohen Mauern und 5 Meter tiefen Gräben und werfen – wenn sie mal Bock haben – alle paar Jahre Informationen über ihre Burgmauern. So kam es, dass man keine gegensätzlichen Informationen zur falsch interpretierten Meldung finden konnte. Das Preis- und Leistungsverzeichnis der Sparkasse Soest ist online nicht abrufbar, die Pressestelle antwortet nicht auf Anfragen. Mit dieser mittelalterlichen Kommunikationspolitik wurde den abenteuerlichen Gedankenfantasien der Medien freien Lauf gelassen und der Shitstorm war schlichtweg vorprogrammiert.
  3. Was steckt nun hinter dieser merkwürdigen Gebühr? Nach wochenlangen Wühlen in den Tiefen der königlichen Sparkassenbibliothek kam heraus, dass die Sparkasse Soest lediglich die „Umsatzabfragen oder die Übersicht der bestehenden Daueraufträge“ mit 2 Cent pro Klick bepreist. D.h. jedes Mal wenn sich ein Kunde in sein Online-Banking einloggt und seinen Kontostand abfragt oder seine Daueraufträge sehen will, werden ihm 2 Cent Gebühr belastet. Die Klicks um dahin zu kommen sind fairerweise kostenlos. Was für ein unglaublicher Trost! Das Lachen der Bankvorstände über die Kunden, die diese Gebühren unwissend zahlen höre ich bis hier. Der Hammer kommt aber erst noch. Die Sparkasse Soest belastet nicht alle Kunden mit dieser Gebühr… nein! Die Gebühr zahlen nur Kunden, die ein sogenanntes Basis-Konto besitzen. Das sind jedoch genau die, die aus finanziellen Gründen sonst kein anderes Konto bei der Sparkasse bekommen und dementsprechend wenig Geld zur Verfügung haben. Eine solche Zwei-Klassen-Einteilung ist wohl im Mittelalter gang und gäbe… Ein wirklich wahres Bankenmärchen!
  4. Möchtest du noch mehr über versteckte Kontoführungsgebühren erfahren, lies bitte gleich hier weiter. 
Lass dir nichts erzählen!
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2 Kommentare
  • Frank Webber
    29 April, 2017

    Hi.
    Ich habe ein Geschäftskonto bei der Sparkasse Soest.
    Belastet wird :Geld einzahlen am Automaten
    Umsätze online abfragen,
    Geld überweisen
    Geld per Lastschrift einziehen lassen

    und wenn der chiptan Generator defekt ist
    Soll man sich gefälligst einen neuen kaufen.

    So treibt man das Volk zu den Onlinebanken

    • Sascha
      29 April, 2017

      Hi Frank, tja ja… neue Preise im Gebührenkatalog sind manchmal die einzige Innovation bei den Banken! 🙂 Aber ein paar Alternativen gibt es doch, die auf laaange Preis- und Leistungsverzeichnisse verzichten. Schau doch mal in meine Empfehlungen!

    Was denkst du?

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