So vermeidest du ganz einfach teure Paypal Gebühren in anderen Währungen

[dropcap]Liebst du es auch Online zu shoppen? Das ist einfach und bequem. Ein paar Klicks und schon liegt alles im Warenkorb. Bezahlen. Fertig. Morgen die Klamotten anprobieren, übermorgen zurückschicken. Oft gibt es auch echte Schnäppchen in ausländischen Online-Shops. T-Shirts aus England. Hosen aus den USA. Das Shoppen funktioniert dort genauso gut wie in Deutschland. Die Bezahlung ist auch kein Problem. Paypal wird Online mittlerweile fast überall angeboten. Das geht schnell und ist sicher. Nur einloggen, durchklicken und bestätigen. Wunderbar![/dropcap][spacer]

Und dabei musst du nicht einmal auf die Währung des Online-Shops achten, bei dem du im Ausland einkaufst. Selbst wenn der Online-Händler britische Pfund für seine Hosen haben möchte, ist das kein Problem. Paypal rechnet den Einkauf direkt für dich um und du bezahlst einfach in Euro.

Wenn da nur nicht ein Problem wäre: Bei der Umrechnung von Pfund in Euro zahlst du versteckte Paypal Gebühren.

Und diese Paypal Gebühren zahlst du nicht nur bei Pfund. Auch bei allen anderen Währungen werden dir die versteckten Paypal Gebühren untergemogelt.

Paypal ist eine beliebte Zahlungsmethode bei internationalen Online-Shops


Vor Kurzem kaufte ich auf einer amerikanischen Seite eine Hose. Das mache ich nicht oft, kommt aber vor. Bequeme Gummibund-Hosen kriegt man da schließlich deutlich günstiger. Ich mag den lockeren Sitz. 🙂

Die Zahlungsmöglichkeiten bei amerikanischen Online-Händlern sind für dich als deutschen Käufer begrenzt. Wie bezahlst du am besten? Mit der guten alten deutschen Lastschrift kommst du nicht sehr weit. Fragst du den Händler nach seiner IBAN, dürfte der im besten Fall nur müde lächeln. Wie also dann bezahlen?

Kreditkarte oder Paypal bleiben als Zahlungsmittel noch übrig. Mit deinen Kreditkartendaten solltest du sparsam umgehen. Ich verzichte so oft es geht auf die Kreditkartenzahlung im Internet. Die 75,48 USD für meine Hose bezahlte ich lieber mit Paypal.

Ich weiß, ich weiß 75,48 USD ist sehr viel Geld für eine Hose. Aber mit einem guten Haushaltsplaner kann man sich auch mal eine besonders bequeme Hose leisten. 🙂

Paypal Gebühren durch automatische Währungsumrechnung
Paypal Gebühren? Wo? Sieht doch alles normal aus.

Nachdem ich die Hose im Online-Shop gekauft hatte, wurde ich direkt auf die Bezahlseite von Paypal weitergeleitet. Oben rechts sieht man die 75,48 USD für meine Hose. Unten rechts ist der Betrag direkt in Euro umgerechnet. Auch der Wechselkurs wird schon angezeigt.

Als Standard-Zahlungsmittel ist meine Kreditkarte schon ausgewählt. Bequemer Service!

Sieht alles gut aus oder? Was würdest du als Nächstes machen? Den Weiter-Button drücken ohne nachzudenken und die Zahlung bestätigen?

Klickst du einfach weiter, zahlst du die versteckten Paypal Gebühren gleich mit.

Schlimm genug, dass man eine Gummibund-Hose braucht. Zusätzliche Gebühren dafür zu zahlen, gibt dem Ego den letzten Stoß. 🙂


Die Paypal Gebühren sind gut versteckt


Wo waren die Paypal Gebühren zu sehen? Es gab kein Menü, wo man die Gebühren ausstellen konnte. Paypal macht es dir nicht einfach die versteckten Gebühren zu erkennen. Immerhin verdienen sie damit Geld.

Gehen wir nochmal einen Schritt zurück auf die Zahlungsübersicht, die ich dir am Anfang gezeigt habe. Um die versteckten Paypal Gebühren zu sehen, musst du auf die Details achten.

Ja ich weiß, Details kosten Zeit und sind nervig. Du möchtest schnell einkaufen und dich auf dein Paket freuen.

Ich sage dir etwas: Von dieser Einstellung lebt die Finanzbranche. Sei nicht so bequem, achte auf die Details und spare dein Geld. 

Paypal Gebühren aufgrund der automatischen Währungsumrechnung
Die automatische Währungsumrechnung von Paypal. Ein klasse Service… inkl. versteckter Paypal Gebühren.

Wir sind zurück auf der Zahlungsübersicht. Paypal wollte meine 75,48 USD selbst in Euro umrechnen und bot mir an, meiner Kreditkarte 69,67 Euro zu belasten.

Der Umrechnungskurs wird mit angezeigt. Das schafft Vertrauen. 1,00 Euro = 1,083454353. Je mehr Nachkommastellen desto professioneller, nicht wahr? Was professionell ist, kann nicht falsch sein.

Vertraust du auf den Wechselkurs, zahlst du versteckte Paypal Gebühren.

Ich habe bei meinem Hosen-Kauf an dieser Stelle nicht auf den Wechselkurs von Paypal vertraut. Meine Hose habe ich stattdessen in USD bei Paypal bezahlt.

Die 75,48 USD wurden meiner Kreditkarte belastet und meine Bank hat die 75,48 USD für mich automatisch in Euro umgerechnet.

Der Wechselkurs meiner Bank war 1 Euro = 1,11756 USD. Umgerechnet also 67,54 Euro. Das sind 2,13 Euro oder 3% weniger als der Endpreis bei Paypal. 

3% Paypal Gebühren im Vergleich zur Bank.

Um dir die Paypal Gebühren zu sparen, musst du die automatische Währungsumrechnung ausstellen


Die automatische Währungsumrechnung ist eine beliebte Methode für versteckte Gebühren. Und das nicht nur bei Paypal.

Willst du dir die versteckten Paypal Gebühren sparen, musst du alle Warnungen, Hinweise und Bettelversuche von Paypal ignorieren und die automatische Umrechnung ausschalten.

Die Möglichkeit zum Ausschalten der automatischen Währungsumrechnung ist gut versteckt. Halte eine Lupe griffbereit um die kleinen Hinweise lesen zu können.

Um dir die Paypal Gebühren zu sparen musst du als erstes auf den Umrechnungskurs klicken. Es erscheint der Hinweis, dass du dir weitere Umrechnungsoptionen anzeigen lassen kannst.

Mal ehrlich: Wer hat schon Bock auf so einen langweiligen Menüpunkt wie „Umrechnungsoptionen“ zu klicken? Du solltest es trotzdem tun, denn dahinter verbirgt sich dann das ganze Übel der Paypal Gebühren.

Die Paypal Gebühren verstecken sich hinter den Umrechnungsoptionen
Hinter den Umrechnungsoptionen verbirgt sich das ganze Übel, auch Paypal Gebühren genannt.

Zwei Varianten der Wechselkursumrechnung werden dir angezeigt


Es öffnet sich am linken Rand ein Menü, in dem du die Umrechnungsoptionen von Paypal siehst. Vorausgewählt ist bereits der „Paypal-Wechselkurs“. Als weitere Auswahl steht dir das teuflische Instrument „Wechselkurs des Kreditinstituts“ zur Verfügung.

Der Text hinter „Wechselkurs des Kreditinstituts“ liest sich wie eine Drohung: „Mein Kreditinstitut soll den Wechselkurs berechnen und Gebühren erheben“. Du willst kein militärisches Sperrgebiet betreten. Du willst nur die Paypal Gebühren ausschalten.

Paypal macht es schlau und hängt hier die ganz große Möhre raus. Wer will schon unnütze Gebühren an seine Bank bezahlen, wenn man sie doch mit nur einem Klick verhindern kann?

Eine Frechheit der Bank, hier wieder Gebühren zu erheben. Aber immerhin rettet mich Paypal mit einem freundlich Hinweis davor. Gott sei Dank gibt es noch ehrliche Menschen. (Ironie)

Die Vorauswahl Paypal-Wechselkurs verursacht Paypal Gebühren
Die Standardauswahl: Paypal-Wechselkurs samt Paypal Gebühren.

Bei so viel „Ehrlichkeit“ in der Finanzbranche solltest du vorsichtig sein


Um dir die Paypal Gebühren zu sparen, musst du genau das Gegenteil von dem machen was dir vorgeschlagen wird.

Wähle „Wechselkurs des Kreditinstituts“ um dir die Paypal Gebühren zu sparen.

Paypal hat aber trotzdem nicht ganz Unrecht mit ihrer Warnung.

Viele Banken erheben ein Entgelt auf Fremdwährungsumsätze i.H.v. 1% bis 2%. Wer in der 3. Klasse nicht zwei Mal sitzengeblieben ist, merkt jedoch sofort, dass 1% oder 2% kleiner ist als 3%. (Du erinnerst dich: 3% hätte ich zu viel gezahlt, wenn ich den Paypal-Umrechnungskurs genommen hätte)

Mit Wechselkurs des Kreditinsitutes zahlst du keine Paypal Gebühren mehr
„Wechselkurs des Kreditinstituts“ ist die bessere Wahl und erspart dir unnötige Paypal Gebühren.

Bist du nicht irgendwo falsch abgebogen und hast du „Wechselkurs des Kreditinstituts“ ausgewählt, wird dir nun der endgültige Betrag in der anderen Währung angezeigt. In meinem Fall die 75,48 USD.

Klickst du „Weiter“ wird Paypal deine Kreditkarte mit dem Einkaufsbetrag direkt in der anderen Währung und ganz ohne zusätzliche Gebühren belasten.

Deine Bank rechnet den Einkaufsbetrag der anderen Währung für dich um – und das mit einem deutlich besseren Wechselkurs als Paypal es getan hätte.

Keine Paypal Gebühren mehr durch Währungsumrechnung durch deine Bank
Jetzt wird der Einkauf direkt in USD angezeigt. Deine Bank rechnet den Betrag für dich um und du sparst die Paypal Gebühren.

Paypal Gebühren sparen – Schritt für Schritt


  • Klicke im Bezahlfenster von Paypal auf den angezeigten Umrechnungskurs
  • Klicke als Nächstes auf „Umrechnungsoptionen“
  • Wähle den Punkt „Wechselkurs des Kreditinstitutes“ aus
  • Bestätige deine Auswahl

Was denkst du?


Hast du bereits mit Paypal etwas in anderen Währungen bezahlt und die automatische Währungsumrechnung genutzt? War dir dieser „Service“ überhaupt bekannt? Die Gebühren sind gut versteckt und nur umständlich auszuschalten. Wie findest du diese Praxis von Paypal?

22 Kommentare

  1. Thomas von DIVDepot 24. Dezember 2016 um 6:08

    Sehr gut geschrieben, ist mir so im Detail noch gar nicht bewusst gewesen. Werde das gleich mal bei mir ändern ?
    Mit weihnachtlichen Grüßen

  2. Max Schneider 15. Januar 2017 um 13:53

    Das Wörtchen „Dynamic Currency Conversion“ könnte/sollte in diesem Text auftauchen…denn so nennt sich dieses Spielchen.

    1. Bankenmärchen 19. Januar 2017 um 13:54

      Du hast absolut Recht – Und auch hier wird dieses Spielchen betrieben.

  3. KostenRunter 9. Oktober 2017 um 21:49

    Hallo Sascha,

    bei Geldautomaten kannte ich diesen Trick. Finanztest hat auch schon mehrfach darüber berichtet. Bei PayPal ist mir der ungüstige Kurs zwar aufgefallen, wie man den ausschaltet, habe ich noch nie erfahren. So habe ich über die letzten Jahre doch etwas Lehrgeld bezahlt.
    Das wird sich ändern !
    Deswegen herzlichen Dank und Respekt an Dich ! Deine Märchen sind sehr gut recherchiert und gut geschrieben (exakt wie es die ehrenwerten Gebrüder Grimm vor 200 jahren auch gemacht haben)

  4. Dude 3. November 2017 um 22:51

    Ich nutze kein PayPal mehr. Das ist unglaublich teuer. Habe einmal damit einen Gegenstand über Ebay verkauft. Um an meine 1000€ zu kommen musste ich stundenlang am Telefon hängen und dann fast 60€ gebühren bezahlen. zzgl Telefonkosten.
    Eine unglaubliche Abzocke und mir absolut unbegreiflich wie die mit so einem Geschäftsgebaren so groß werden könnten

    Einmal und NIE wieder.

    1. Sascha 5. November 2017 um 19:22

      Ach Dude, das hört sich nicht gut an! Paypal macht schon an vielen Stellen Sinn. Ich nutze es gern aber wie man an diesem Beispiel sieht, gibts auch noch die ein oder andere Falle! 😉

  5. Ruben 4. November 2017 um 9:36

    Ein guter Tip, besser als der Aufruf beim Giro in den Dispo zu gehen.

    1. Sascha 5. November 2017 um 19:24

      Sooo schlimm ist der doch gar nicht!!!

  6. K. 30. November 2017 um 21:51

    Danke für den Tipp. Ich habe soeben eine Abo-Abbuchung umgestellt. Aber die Umrechnungs-Option für auotmatische Zahlungen zu finden war nicht so einfach.
    Einloggen -> oben rechts aufs Zahnrad klicken -> Zahlungen anklicken
    -> dort „PayPal Zahlungen per Händlerabbuchung“ bzw. automatische Abbuchungen (wird immer wieder mal geändert
    -> Dann sieht man eine Liste mit den aktiven Abos
    -> in den Kasten der Liste ist oben rechts ein kleiner unscheinbarer Link namens „Verfügbare Zahlungsquellen festlegen“
    Damit könnt ihr das verfügbare Zahlungsmittel (Kreditkarte) festlegen und dort dann auch die Optionen zur Währungsumrechnung anklicken und für alle zukünftigen Abbuchungen bei Abos festlegen.

    Vielen Dank nochmal an Sasche für diesen hilfreichen Artikel.
    Viele Grüße,
    K.

    1. Sascha 2. Dezember 2017 um 22:24

      Super! Danke für die zusätzliche Anleitung! 😉

  7. Yosimo 4. Dezember 2017 um 20:32

    Hallo,
    habe gerade die PayPal-Abrechnung meiner ersten Auslandsbestellung geprüft und auch festgestellt, dass PayPal eine auffallend teure Umrechnung vorgenommen hat. Von der Möglichkeit der weiteren Umrechnungsoptionen wußte ich nichts. Das wird sich beim nächsten Mal ändern.
    Es ist schon dreist, dem Kunden Glauben zu machen, dass nur die kartenführende Bank zusätzliche Gebühren erhebt, während PayPal selber seine eigenen Gebühren einfach nicht nennt und klammheimlich abkassiert. Kundenorientiertes Verhalten ist anders.
    Danke für diesen Hinweis.
    MfG
    Yosimo

  8. Yosimo 29. Dezember 2017 um 20:15

    Das funktioniert wohl nur, wenn bei PayPal eine Kreditkarte hinterlegt ist. Ist ein Girokonto hinterlegt, dann ist der Wechselkurs nicht klickbar und man gelangt nicht an die Umrechnungsoptionen.

    1. Nik 22. Februar 2018 um 11:42

      Habe dasselbe Problem :/

  9. B. 4. Februar 2018 um 16:51

    Guter Hinweis! Ich glaube aber, dass die von dir beschriebene „Ändern“-Option nicht mehr besteht. Mir wird bei Zahlungen in Fremdwährung jedenfalls nur noch der (weniger gute) PayPal-Wechselkurs angezeigt. Und dann kann man eben „Weiter“ klicken oder es lassen. :-/ Natürlich besteht meist auch die Möglichkeit, direkt mit der eigenen Kreditkarte zu bezahlen, dann aber eben ohne die PayPal-Benefits.

    1. Gerd 13. Februar 2018 um 16:05

      Kann B. nach meiner gerade gemachten Erfahrung nur beipflichten: Am Dollar-Betrag und am Wechselkurs ändert sich nichts, auch wenn ich die Mastercard zur Bezahlung wähle. Gibt es diese Funktion bei PayPal de facto wirklich nicht mehr?

  10. Gerd 13. Februar 2018 um 18:26

    Noch mal ich. Gerade ein wirklich nettes und zielführendes Gespräch mit einem PayPal-Mitarbeiter gehabt. Der sah das Problem auch, hat dann aber den Vorschlag gemacht, für die Kredikarte US Dollar als Standardwährung einzustellen. Dann noch einmal eingeloggt, und siehe da, Kreditkarte wird mit dem exakten Dollarbetrag belastet. Und falls jetzt wider Erwarten doch PayPal-Gebühren anfallen sollten, würden mir die selbstverständlich erlassen, so der freundliche Mensch am Telefon.
    Die Dollar-Einstellung für diese Kreditkarte habe ich jetzt so belassen, für alle Fälle. Für Euro-Zahlungen nehme ich dann eine andere.

  11. Gerd 13. Februar 2018 um 19:05

    Bei all meinem Gequatsche ganz vergessen: Danke, Sascha, für den informativen Beitrag und die klare Anleitung.

  12. Hans 4. März 2018 um 20:37

    Nicht vergessen Jungs, die meisten Kreditkarten holen 2% Gebühr für die Umrechnung.
    Ihr spart dann nur 1%.
    Aber immerhin besser als nichts.

    1. Sascha 4. März 2018 um 20:53

      Stimmt Franz, guter Hinweis! Wobei es auch mittlerweile einige Kreditkarten ohne dieses sogenannte Auslandseinsatzentgelt gibt. 😉

  13. Mark S, 15. März 2018 um 2:14

    Wahnsinn 😀 Wie man für so einen einfachen Hinweis so viel schreiben kann. Die Wiederholungen nerven wirklich auch erst gegen Ende des Artikels. Aber der Märchenonkel will sicher, dass man wirklich eingeschalfen ist wenn die Geschichte vorbei ist. Nice.

    Inhaltlich: Man sollte vlt. vorher mal checken was die Kreditkarte für ne Auslandseinsatzgebühr hat. 🙂

  14. Vanessa 26. März 2018 um 20:58

    … Ich habe nicht einmal die beschriebenen Auswahlmöglichkeiten bei PayPal, sondern nur die Möglichkeit, den PayPal-Kurs zu nutzen. Oder liegt das daran, dass ich keine Kreditkarte nutzen will?

  15. jochen 6. April 2018 um 17:54

    top…. früher auch mal entdeckt dann aber wieder vergessen.
    die reinste abzocke diese paypal idioten.

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