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Probleme der Banken = Kontoführungsgebühren!

Es gibt zwei Möglichkeiten wie du mit dem Thema der Kontoführungsgebühren in den letzten Wochen in Kontakt gekommen bist. Möglichkeit 1: du hast dich über einen freundlichen Brief deiner Bank gefreut, in dem angekündigt wurde, dass du für die selbe Leistungen deines Kontos nun Kontoführungsgebühren zahlen darfst. Möglichkeit 2: Du hast dich über genau die Leute lustig gemacht, die diesen Brief bekommen haben und warst froh, dass du von Kontoführungsgebühren verschont geblieben bist.

Sicher hast du gedacht, dass du es richtig drauf hast weil du bei einer Bank bist, auf die du dich verlassen kannst und die nie und nimmer Kontoführungsgebühren erheben wird. Hat sie ja bisher noch nie gemacht, also warum sollte sie das jetzt tun? So langweilig und langsam wie die Banken sind, gar kein so dummer Gedanke. Aber dieses Mal trotzdem nicht richtig mein ahnungsloser Freund! Ich zeige dir, warum du doch (versteckte) Kontoführungsgebühren zahlst und wie man dich mal wieder so richtig verarschen will.

Fühl dich ohne Kontoführungsgebühren nicht zu sicher.

Der Druck auf Banken wächst. An jeder Ecke hörst du etwas von Probleme der großen und auch kleinen Banken. Rechtsstreitigkeiten, gefährliche Todes-Bilanzen und Stellenstreichungen… blabla… immer das Gleiche Geheule der Banken halt. Auch wenn uns allen dieses Gejammer auf den Keks geht, sind das alles trotzdem keine Anzeichen eines gesunden Unternehmens. Und glaub bloß nicht, dass die Banken die ganzen Probleme einfach so für dich wegstecken. Je mehr Probleme in Form von Strafzahlungen und Eigenkapitalanforderung auf die Banken einprasseln, umso mehr löffelst du die Suppe schlussendlich mit höheren Kontoführungsgebühren aus. Warum ich, fragst du dich? Du magst doch eigentlich gar keine Suppe?! Ganz einfach! Banken können eines so richtig gut: An ihrer schönen, alten Welt festhalten. Und die bestand nun mal über Jahrzehnte hauptsächlich aus sprudelnden Gewinnen und dummen Kunden. Und jetzt kommen da so hässliche Themen, wie Regulierungen, Strafzahlungen und Vorschriften auf die armen, armen Banken zu. Müssen sie doch jetzt ein großes groooßes Stück von ihrem (Ertrags-)Kuchen abgeben und ihr Geld für langweilige regulatorische Anforderungen ausgeben, um nicht gleich wieder bei der nächsten Krise zusammenzukrachen wie ein Kartenhaus. Aber zurück zum Kuchen. Magst du Kuchen? Jeder mag Kuchen! Dann weißt du wie es ist, auf Kuchen zu verzichten! Und weil auch Banker Kuchen mögen, verzichtet da bestimmt niemand freiwillig auf sein Stück (Ertrags-)Sahnetorte. Stattdessen werden fleißig Strategien entwickelt wie man die Größe seines Gewinns…. äh Kuchenstückes trotz der nervigen Gesetze und neuen Regularien konstant hält. Und rate mal welches Kuchenstück kleiner wird, wenn die Banken auf ihren Teil der leckeren Torte nicht verzichten wollen… deines natürlich!

Regulierung, dein Freund und Helfer!

Klar, du fragst dich jetzt an dieser Stelle warum der Kerl andauernd von Kuchen redet und warum die Banken eigentlich nun genau auf ihren Teil der Käse-Sahne-Torte verzichten sollen und was das mit Kontoführungsgebühren zu tun hat. Fangen wir erst einmal damit an, dass ich dir zeige was die Finanzbranche gerade so schwer beschäftigt und warum wir andauernd in den Nachrichten das Gejammere der Banken ertragen müssen. Man kann es in etwa so zusammenfassen: Während die Zeit vor der internationalen Finanzkrise (Du weißt schon… da wo alle dachten, dass die Welt unter geht) für die Banken noch das Paradies war, ist die Zeit danach die absolute Hölle. Vater Staat versucht alles um die Banken für die nächste Krise sattelfest zu machen und hofft dabei, dass er bis dahin möglichst jeden Millimeter in den Banken unter Kontrolle bekommt. Um die bösen Banken im Zaum zu halten hat man sich folgende Gemeinheiten ausgedacht:

Übersetzt heißt das nichts anderes, als dass sich 80% der Belegschaft in den Banken damit beschäftigt, wie sie die Wünsche der Regulatoren erfüllt bekommt. 10% sorgen dafür, dass die Strafzahlungen zu denen die Banken verdonnert wurden, pünktlich bei den Klägern ankommen. Die restlichen 10% bringen den Müll raus und räumen den Geschirrspüler ein. Aber willst du wissen, was die Banker außer dem dreckigen Geschirr noch so richtig, richtig nervt? Man fuscht ihnen jetzt auch noch in das Allerheiligste ihrer Produkte rein: DAS GIROKONTO. (dramatische Pause) Und das mein Freund, das wird am Ende in Form versteckter Kontoführungsgebühren so richtig teuer für dich. Schauen wir uns an, was den Banken beim Girokonto gerade so wehtut:

Was hat das denn mit Kontoführungsgebühren zu tun?

Niedrige Zinsen sind absolutes Gift für das Geschäftsmodell einer Bank. Weißt du noch wie eine Bank funktioniert? Komm sei ehrlich… du hast keinen Plan. Kurz erklärt: Sie nimmt dein Geld vom Tagesgeld- und Girokonto zieht noch ein Kontoführungsgebühren ab und gibt es anderen Leuten, die einen Kredit brauchen. Für dein Geld auf dem Tagesgeld kriegst du 1% Zinsen. Der arme Junge, der den Kredit aufnimmt zahlt dafür aber 10%. Fertig. So funktioniert eine Bank. Sicher, die ein oder andere Bank bietet noch andere Sache an… Im Grunde läuft es aber immer genauso. In Fachkreisen nennt man das auch Fristentransformation (Deine kurzfristige Einlage wird in langfristige Kredite verwurstet). Das Problem ist jetzt aber, dass die EZB die Zinsen auf ein unglaublich niedriges Niveau gesenkt hat und das Stück vom Kuchen für die Banken nun ganz gaaaanz klein geworden ist. Zwar zahlen sie dir jetzt nur noch 0% auf dein Tagesgeld, der Kreditjunge kriegt den Kredit jetzt aber für 2%, anstatt 10%. Und mit dem was der Bank jetzt noch von diesem Geschäft übrig bleibt, muss sie ja noch den ganzen Luxuskram bezahlen: die Dicken Karren, den feinen Zwirn und natürlich das sahnige Kuchenbuffet. Wie soll das gehen? (Ironie)

Aber auch die „Niedrigzinskeule“ reicht noch nicht. Achtung, es kommt noch dicker für die feinen Herrschaften. Die gedeckelten Kreditkarteneinnahmen haben den Banken nicht nur das letzte Stück Kuchen genommen, jetzt fehlt sogar der Teller und die Gabel. Aber was ist hier genau passiert? Die EU legte Ende 2015 per königlichen Erlass… äh ich meine Gesetz fest, dass Banken für Kreditkartenzahlungen ihrer Kunden geringere umsatzabhängige Entgelte erhalten. Du erinnerst dich wie das funktioniert? Der Händler, bei dem die Kreditkarte eingesetzt wurde, erhält von der Bank eine Zahlungsgarantie. Eigentlich ist es also egal ob du deinen Einkauf bezahlen kannst oder nicht, die Bank zahlt dem Händler immer den Kaufbetrag. Solltest du aber eingekauft haben, ohne dass du das Geld wirklich hattest, wird die Bank also dem Händler das Geld zahlen und dich so lange durch das ganze Land jagen, bis sie ihr Geld von dir zurückbekommen hat. Für diesen charmanten„Service“ zahlt der Händler der Bank einen kleinen Teil vom Umsatz. Diese Gebühr nennt man in Fachkreisen auch Interchangefee. In der Vergangenheit betrug diese Abgabe an die Banken etwas über 1,5%. Die EU war jedoch der Meinung, dass das viel zu viel sei und drehte den Hahn kurzerhand zu. Seitdem erhalten die Banken nur noch 0,3% pauschal für Kreditkartenumsätze und heulen nun noch mehr rum als vorher.

Kontoführungsgebühren, ich höre dich trapsen…

Ich fasse hier mal kurz zusammen. Die Banken werden von neuen Gesetzen und Regularien erdrückt und reagieren dabei wie kleine weinerliche Mädchen. Vater Staat meint es nur gut, fördert jedoch auch zugleich den Ideenreichtum der Banken, den Kunden versteckte Kontoführungsgebühren unterzujubeln. Hinzu kommen noch immer immense Strafzahlungen in Folge der Finanzkrise. Auch für deine Einlagen auf dem Girokonto und Tagesgeld erhalten die Banken von der EZB höchstens nur noch den Mittelfinger gezeigt. Und jetzt verdienen sie nicht einmal mehr daran, wenn du mit deiner Kreditkarte auf Einkaufstour gehst. Und so toll du das auch alles findest, dass die bösen Banken endlich für ihre Sünden aus der Finanzkrise bestrafft werden, so zahlst du schlussendlich die Rechnung in Form versteckter Kontoführungsgebühren selber. Und das aus einem ganz einfachen Grund: Die Banken können gar nicht anders als die Kosten auf dich in Form höherer Kontoführungsgebühren abzuwälzen. Und das tun sie da, wo der Druck am größten ist… ihrem heiligen Girokonto! Und wie genau sie das tun und wo du deine versteckte Kontoführungsgebühren zahlst, verrate ich dir in dem zweiten Teil dieses Artikels…

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2 Kommentare
  • Mathias Müller
    10 Oktober, 2017

    Durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und fand es sehr erfrischen deine unverblümte Meinung zu lesen.
    Komme von nun an öfters vorbei 🙂

    Herzliche Grüße
    Mathias

    • Sascha
      10 Oktober, 2017

      Danke Mathias! Komm gern öfters… hier tut sich immer mal was. 🙂 Schreib mir auch gern, wenn du mal ein Themenwunsch hast oder etwas nicht verstehst.

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