Der Märchenletter

Alle neuen Bankenmärchen, Infos und Updates direkt per E-Mail an Dich!

ZapiszZapisz

Einen ETF-Sparplan zu Weihnachten?

Alle Jahre wieder… weißt du nicht was du deinen Kids schenken sollst. Socken und Unterhosen kamen noch nie so richtig an. Bücher landen in der hintersten Regalecke, von Elektronik hast du keine Ahnung. Auch die guten alten Geldgeschenke verschwinden regelmäßig in den Tiefen der Geldbörsen deiner Kinder und fließen in fragwürdige Anschaffungen. Warum verpulvern die ihr ganzes Erspartes immer nur in diesen App-Kram? Wie sollen die später nur mal finanziell auf eigenen Beinen stehen können?

Ja ja… du warst damals ganz ganz anders, als du noch jung warst. Man spielte noch draußen und wusste den Wert des Geldes zu schätzen! Aber egal wie viel du jammerst… Du kannst die junge Generation nicht ändern. Aber was du tun kannst, ist für deine Kindern hier und heute vorzusorgen indem du dieses Jahr zu Weihnachten auf die Socken verzichtest und ihnen etwas schenkst, was nachhaltig ist und Sinn macht: einen ETF-Sparplan! Warum das ein tolles Geschenk ist, obwohl es deine Kinder erst in 15 Jahren verstehen werden, erkläre ich dir in diesem Artikel.

Warum soll ich einen ETF-Sparplan verschenken?

Fahrerlaubnis, Auto, Umzug, Einrichtung, Ausbildung, Studium. OH MEIN GOTT… wie sollst du das nur alles bezahlen? Wenn die kleinen jetzt schon alles für ihre Apps und Klamotten rausballern, ist kein Cent gespart wenn sie endlich das Nest verlassen. Selbst wenn du jetzt anfängst jeden Monat ein bisschen was auf das gute alte Sparkassen-Sparbuch zu packen, wird das bei aktueller Zinslage gerade für die Winterreifen zum ersten Auto reichen. Aber was zur Hölle kann man dagegen tun? Wie sorge ich am besten für meine Kids vor?

Die Lösung heißt „ETF“.

ETF (Exchange Traded Fund) bedeutet nichts anderes als „börsengehandelt Fonds“. Fonds kennst du? Das sind diese Dinger, mit denen du beim Bankberater deines Vertrauens regelmäßig abgezockt wirst. Fonds gibt es wie Sand am Meer. So unterschiedlich sie auch sind, so haben sie doch alle immer nur ein großes Ziel: Sie wollen einen Börsenindex (Dax, DowJones, usw.) nachhaltig schlagen. Schlagen nicht im Sinne von „eine Klatschen“, sondern vielmehr wollen sie langfristig eine höhere Rendite erzielen als der Index, damit alle Leute sehen wie toll dieser Fonds ist und ihn mit noch mehr Geld überschütten.

Das Problem bei der Sache ist, das klappt nicht. 86% der Fondsmanager in Europa konnte über die letzten 10 Jahre ihren zugrundeliegenden Börsenindex nicht schlagen. In den USA waren es sogar 98%. Und die Krönung dieser Geschichte ist ja, dass die Fondsmanager für diese tolle Leistung auch noch entlohnt werden wollen. Im Durchschnitt zahlt man hier 1% bis 2% Verwaltungsgebühren im Jahr… und die zahlst du nicht nur dafür, dass der Fondsmanager seine Aktien von links nach recht schubst. Du zahlst auch fleißig seinen Latte Macchiato am Morgen und das Filetsteak zum Mittag.

Ist der ETF-Sparplan für meine Kinder besser geeignet?

Du willst nur das Beste für deine Kinder. Sinnlose Sachen haben sie bereits genug, daher sind aktive Fonds offensichtlich nicht die beste Wahl um für deine Liebsten vorzusorgen. Mit einem ETF-Sparplan umgehst du jedoch die ganzen Probleme der aktiven Fonds. Ein ETF versucht nicht den zugrundeliegenden Index, zu schlagen, er bildet ihn einfach 1:1 ab. Und da das viel weniger Arbeit ist, als immer die vermeintlich besten Perlen eines Aktienmarktes herauszupicken, ist ein ETF deutlich günstiger. Im Durchschnitt verursacht er nur 0% – 1% Kosten im Jahr. Anstatt also das Geld zum zinsfreien Sparbuch zu tragen oder in teuere Fonds zu investieren, besparst du monatlich einen ETF-Sparplan.

Welchen ETF soll ich besparen?

Tja, welcher ETF ist der richtige für deinen Sparplan? Wenn du hier 10 Leute fragst, kriegst du 12 Meinungen. Denke nicht zu viel darüber nach, welcher der beste ETF sein könnte. Man wird nie den perfekten finden. Halte es lieber ganz einfach. Bespare am besten nur einen einzigen ETF. Das dann aber konsequent und mit Durchhaltevermögen, bis dein Kind dir das erste Mal mit dem Führerschein in den Ohren liegt.

Trotzdem wissen wir jetzt immer noch nicht, welchen ETF wir besparen sollen. Perfekt wäre ja ein ETF, der die ganze Welt abbildet um Risiken einzelner Länder oder Branchen zu vermeiden. Wer setzt schon gern alles auf ein Pferd, ne? Zufälligerweise gibt es auch genau so einen ETF: Der MSCI World! Ja, ich gebe es zu… Ich bin Fan des MSCI World! Aber ich bin nicht der einzige, der dir den MSCI World aufquatschen will. Die Kollegen von Finanztip empfehlen den MSCI World ebenfalls für deinen ETF-Sparplan. Und das aus gutem Grund: Der MSCI World beinhaltet mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern. Das bedeutet, du bist bist quasi in der ganzen Welt investiert. Frag das nächste Mal bitte deinen Bankberater ob das Sparbuch das auch kann!

Was wirft denn der MSCI World so ab?

Klar willst du wissen, was ein ETF-Sparplan auf den MSCI World so für dich abwirft. Schließlich entscheidet die Rendite ja auch am Schluss ob dein Sohnemann nun den GTI bekommt, oder sich doch mit einem Twingo vor der Schule blamieren muss. Historisch betrachtet, erzielt der MSCI World eine durchschnittliche jährliche Rendite von 6,7%. Und da sind schon alle Finanzkrisen drin. Kannst du dich erinnern, wann dein Sparbuch das letzte Mal eine solche Verzinsung gesehen hat? Ich auch nicht!

Hierzu noch ein kleines Rechenbeispiel: Sparst du monatlich 150 Euro für deine Kinder in einen ETF-Sparplan mit dem MSCI World, erhälst du nach 15 Jahren bei einer durchschnittlichen Rendite von 6% 43.258,39 Euro. Bye Bye Twingo, Hallo GTI!

Wie lege ich einen ETF-Sparplan an?

Einen ETF-Sparplan abzuschließen ist super einfach. Du benötigst nur ein Wertpapierdepot und ein paar Minuten Zeit. Sofern du noch kein Wertpapierdepot hast, empfehle ich dir eines bei einer Direktbank zu eröffnen, da diese zumeist auf die ganz große Gebührenkeule verzichten. Etablierte Anbieter am Markt sind z.B. comdirect und ING-DIBA.

Hast du bereits ein Wertpapierdepot musst du dir nur noch Gedanken über die Höhe des ETF-Sparplans machen und dich zwischen den ETF-Anbietern vom MSCI World entscheiden. Ich persönlich bespare den MSCI World von Comstage. Dieser hatte die geringsten jährlichen Kosten. Allerdings machst du auch mit keinem der anderen Anbieter etwas falsch.

Die Höhe des monatlichen Sparbetrages liegt ganz bei dir. Du kannst sie einmalig festlegen aber auch wieder jederzeit ändern. Du solltest jedoch darauf achten, dass du möglichst konstante Sparbeträge hast, um sowohl die Hochphasen als auch die Tiefphasen an den Aktienmärkten zu gleichen Teilen mitzunehmen. Hab keine Angst vor kurzfristigen Verlusten. Langfristig wirst du für dein Durchaltevermögen belohnt und kannst den Wünschen deiner Kinder entspannt entgegentreten.

Lass dir nichts erzählen!
signature
MÄRCHEN TEILEN UND FREUNDEN EINE GESCHICHTE ERZÄHLEN
4 Kommentare
  • Melanie Pignitter
    1 Dezember, 2016

    Ein unspannendes Thema spannend und unterhaltsam aufgearbeitet – danke für die Inspiration 🙂

  • Sir Apfelot
    23 Dezember, 2016

    Hallo Sascha! Selten muss ich bei Finanzartikeln lachen. Aber bei diesem schon. 🙂 Sehr gut geschrieben und vor allen Dingen: Danke für den Praixstipp! Ich habe keine Ahnung von Anlagestrategien und Co., aber nun einen ETF-Fond an der Hand, der besser ist als die meisten Fondshändlerfonds! 😀

  • Gerlinde
    3 Dezember, 2017

    Hallo Sascha, ja bin ganz deiner Meinung. Die meisten Kinderzimmer sind schon mit Gerümpel überfüllt. Von einem ETF profitieren sie langfristig. Viele Verwandte möchten aber gerne Spielzeug etc. verschenken. Wie gehst du damit um? Wenn dich jemand fragt was sich deine Kinder wünschen, sagst du denen dann mal „einen ETF“?

    • Sascha
      3 Dezember, 2017

      Hi Gerlinde,
      ich würde es als Alternative zum klassischen „Sparbuch-Sparplan“ der Oma sehen. Zwar hast du hier kein richtiges Buch, was du überreichen kannst – Wohlaber eine ordentliche Rendite! 🙂
      Um es als Geschenk „zu verpacken“ könnte man z.B. eine Sparurkunde selber drucken oder etwas witziges aus dem Papier falten. Für den Schenker hat es auch Vorteile… jetzt muss er sich nicht mehr in überfüllten Läden mit Spielzeug in die Schlange stellen! 🙂

    Was denkst du?

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.