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Die Elbphilharmonie und ihre Kosten

Man, was war das für eine tolle Eröffnung diese Woche! Das Orchester in der Elbphilharmonie gab zum ersten Mal so richtig Vollgas. Schönes Häuschen! Schöner Ausblick! Alles schön! Da hat man ja wohl offensichtlich alles richtig gemacht. Aber was ist mit den Kosten? Auch schön? Darüber hörte man in dem aufgehübschten Konzertsaal reichlich wenig. Auch die Medien hielten sich über die Kosten der Elbphilharmonie sehr bedeckt. Das klingt ja fast so, als ob die Elbphilharmonie ein Märchen mit Happy End ist. Wirklich? Die Zeit ist reif für ein Bankenmärchen der Woche!

Elbphilharmonie und die Kosten – Happy End?

„Die Elbphilharmonie im Kosten-Check“ – Gelesen bei den Kollegen …Schreiberlingen von Bild.de.

Um was geht es?

„Ursprünglich sollte die Elphi 186 Millionen Euro kosten…“

„Am Ende kostete der Bau den Steuerzahler 789 Millionen Euro.“

„Noch vor der Grundsteinlegung 2007 die erste Kostensteigerung…“

Was heißt das?

  1. Es war einmal im Jahr 2007… Der erste Stein fand seinen Platz. Endlich würde man sie bauen, die neue Elbphilharmonie! Bürgermeister und Investoren beglückwünschten sich gegenseitig zu dieser tollen Entscheidung. Aber auch kein Wunder. So ein Prachtbau für die paar Scheine. Ein Witz! Schlappe 186 Millionen Euro betrugen die Kosten der Elbphilharmonie in einer ersten Schätzung. 186 Millionen? Die Position war so klein, man musste sie im Hamburger Haushaltsplan schon mit der Lesebrille suchen. Aber die Zahl sollte bald auch schon ohne Brille lesbar sein. Ohne großes TamTam erhöhte man noch vor Baubeginn die Kosten der Elbphilharmonie auf 241 Millionen Euro. 241 Millionen? Reißt in Zeiten der Finanzkrise auch keinen mehr vom Hocker. Das verpulvert eine systemrelevante Bank doch locker am Vormittag… Also weiter!
  2. Als ob man die guten Regeln eines vernünftigen Haushaltsbuches nie gehört hätte, werkelte man fleißig am Fundament der Elbphilharmonie und auch ihren Kosten weiter. Bereits ein Jahr nach Baubeginn standen Kosten i.H.v. 323 Millionen Euro im Raum. Warum? Man hatte ein „paar“ Sonderwünsche für die Fassade. 80 Millionen Euro extra für Sonderwünsche? Was haben die in die Fassade gebaut? Platin-Klinker? Aber das war bis dato noch nicht mal die größte Katastrophe. Zu dem Zeitpunkt war der Bauplan bereits 23 Monate hinter der Vorgabe. Wie schafft man es, nach einem Jahr Bauzeit bereits 2 Jahre hinter Plan zu sein? Die Antwort kennen wahrscheinlich nur die Platin-Klinker.
  3. 2011 jedoch dann der absolute Supergau. Stillstand! Das Dach drohte einzustürzen (Die Banker kennen das Gefühl von der Finanzkrise). Man wusste plötzlich nicht mehr, ob die ganze Konstruktion überhaupt jemals gehalten hätte und prüfte jeden einzelnen Ziegel… äh Platin-Klinker über Monate hinweg. Jeder Tag Nichtstun kostete 125.000 Euro (Auch das Gefühl müssten zumindest die Bankenvorstände gut kennen). Ein Jahr und viele viele Platin-Klinker später dann die letzte Gebührenerhöhung um weitere 200 Millionen Euro. Spätestens hier wäre ein vernünftiges Haushaltsbuch explodiert! Wenigstens gabs dieses Mal aber die Garantie obendrauf, dass die Elbphilharmonie Kosten nicht mehr steigen würden und alles bis 2017 steht. Großes Ehrenwort! Und tatsächlich schafften es die „Experten“ das hübsche Konzerthaus bis Anfang 2017 fertigzustellen, ohne dass den Leuten die Decke auf den Kopf gekracht ist. 789 Millionen Euro hat der Spaß schlussendlich gekostet. Damit kann man zwar noch nicht mal eine zweitklassige Dorf-Sparkasse aus der Schieflage retten, für ein Konzerthaus jedoch ein stolzes Sümmchen.
  4. Möchtest du noch mehr über einen vernünftigen Haushaltsplan erfahren, lies bitte gleich hier weiter. 
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