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Brexit Folgen: Warum du in der Londoner Innenstadt zukünftig weniger Krawatten sehen wirst

Die ersten Brexit Folgen zeichnen sich schon jetzt ab: Du dürftest bald deutlich weniger Krawatten in der Londoner Innenstadt sehen. Und die Kollegen von Deutscher Bank und Commerzbank machen schon mal Platz in den Etagen der Frankfurter Bank-Türme. Warum das so ist, erfährst du in diesem Bankenmärchen der Woche.

Die Banken kommen mit den Brexit Folgen nicht klar

„Banken wollen Tausende Mitarbeiter aus London abziehen“ – Gelesen bei SpiegelOnline.

Um was geht es?

„…erwägen gut drei Viertel der britischen Firmenchefs nach dem Brexit-Votum die Verlagerung von Geschäftsteilen ins Ausland.“

„Die Banken fürchten den Verlust der sogenannten Passporting Rights, die ihnen Zugang zum EU-Binnenmarkt verschaffen. “

„Beobachter erwarten, dass weitere Kreditinstitute in den kommenden Monaten nachziehen.“

Was heißt das?

Mitarbeiter der Deutschen Bank und Commerzbank kommen sich näher. Freiwillig? Nein. Bloß wird es in den Frankfurter Banken-Hochhäusern zukünftig wohl etwas eng. HSBC, UBS und Goldman Sachs (alle samt systemrelevant) wollen die Brexit Folgen nicht einfach so über sich ergehen lassen und planen ihren Umzug von London u.a. nach Frankfurt. Im Gepäck haben sie mehrere Tausend Krawattenträger, die es kaum erwarten können ihre Rolex mit denen der deutschen Banker zu vergleichen.

Was hat das für Auswirkungen? Man munkelt, dass die Krawatten- und Porschehändler in Frankfurt bereits die Korken knallen ließen. Noch mehr Umsatz hätten sie zu Zeiten der Milliardenstrafzahlungen beim besten Willen nicht erwartet. Die neue Londoner Banker-Kundschaft dürfte das Geschäft jedoch befeuern.

Warum aber wollen die Londoner Großbanken überhaupt umziehen? Die britischen Banken sind echte Schwergewichte. Mit dem harten Brexit und dem Ausstieg aus dem EU-Binnenmarkt verlieren sie ihren komfortablen Zugang zum europäischen Finanzmarkt. Überweisungen dauern länger, Transaktionen werden teurer, höhere Steuern und Zölle werden fällig, mehr Bürokratie etc.

Bleiben UBS, HSBC, Goldman Sachs im schicken Londoner Bankenviertel, drohen viele Nachteile. Dabei können sie sich die gar nicht mehr leisten. Zinsen und Gewinne sind niedrig, Strafzahlungen dafür hoch. Die Brexit Folgen würden den Banken auch noch den letzte Euro… sorry das letzte Pfund Gewinn aus der Bilanz fegen. Bei einer systemrelevanten Bank die „too big to fail“ ist, ist das keine ungefährliche Angelegenheit.

Bereits ein Husten einer dieser Banken könnte dem globalen Finanzsystem eine Grippe bescheren. Lassen wir es lieber nicht darauf ankommen und wünschen gute Besserung.

Möchtest du gern mehr über systemrelevante Banken erfahren, lies gleich hier weiter.

Und jetzt du…

Wie findest du den Umzug der großen Londoner Banken nach Frankfurt und co.? Machen dir mehr Porsche in der Frankfurter Innenstadt etwas aus oder freust du dich sogar auf eine höhere Krawattendichte in der City? Ich bin auf deine Meinung gespannt.

 

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5 Kommentare
  • Pascal
    28 Januar, 2017

    Ach etwas britische Kultur kann Frankfurt nicht schaden! Gröhlende Glatzen, die von Pub zu Pub ziehen 😉

    Nee, Spaß. Ich glaube, dass ist bisher eine leere Drohung. Noch sehe ich nicht tausende britische Banker nach Frankfurt umziehen. Man kann FaM ja nun auch alles mögliche bescheinigen aber Sexappeal gehört nicht dazu.

    Beste Grüße
    Pascal

  • Vermögensanleger
    29 Januar, 2017

    Hallo Bankenmärchen,

    ich war gerade für ein paar Tage in London. Vor lauter Krawattenträgern war es aber noch schwer zur Mittagszeit Platz in einem Pub zu finden. Noch hat sich also nicht allzu viel getan…;-)

    Es ist aber tatsächlich so, dass Goldman Sachs über eine Halbierung seiner 6000 Mitarbeiter in London nachdenkt. Wenn die Gerüchte stimmen und sie tatsächlich planen nach Frankfurt umzuziehen, würde man sich auch der EZB unterwerfen. Dasselbe gilt für andere Schwergewichte wie Lloyds, UBS oder HSBC.

    HSBC hat hier den Vorteil, dass sie bereits eine Tochterbank in Frankreich haben. Sie können sich also bei der Umstrukturierung mehr Zeit lassen als andere Banken, ohne in der EU ansässige Töchter. Dies ist nämlich Voraussetzung um in der EU Dienstleistungen anbieten zu dürfen.

    Für uns sehe ich das zunächst einmal sehr positiv. Die Verlagerung von Jobs nach Deutschland kann nur gut sein. Allerdings wird Paris als Alternativlösung ebenfalls häufig genannt.

    Schöne Grüße
    Marco

  • Peter
    1 Februar, 2017

    Es wird ja nicht nur durch den Brexit weniger Krawatten geben, in einigen Consulting Bereichen ist eine Krawatte heutzutage eher übertrieben.

    • Bankenmärchen
      2 Februar, 2017

      Das nennt man auch „Innovation“ in der Finanzbranche! 😉

    • konto-erstellen.de
      27 Februar, 2017

      Peter, sind das die „FinTech Startup Leger-Kleidungsregeln“, von denen du uns da aus dem Innovationskuckuckswolkenheim erzählst? 🙂 Spät, wenn die mal nen Investorentermin mit Big Al haben, werden sich auch die FinTechies eine Krawatte überziehen, keine Sorge 🙂

    Was denkst du?

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