Der Märchenletter

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Bankenmärchen der Woche KW48/2016

Diese Woche haben wir wieder lustige Märchen aus der Bankenwelt gehört. Es war einmal… die älteste Bank der Welt, die gerade ihre eigene Horrorgeschichte durchlebt. Und: Ein Happy End sucht man auch bei den Verhandlungen über Basel IV vergebens…

Monte dei Paschi lernt es einfach nicht!

„Täglich grüßt das Murmeltier: Wieder Panik im italienischen Banken-Sektor!“ Gelesen bei den Kollegen von Finanzmarktwelt.

…Bekanntlich will die drittgrößte Bank Italiens über einen „debt-to-equity-swap“ Anleihhalter davon überzeugen, ihre Anleihen in Aktien zu tauschen,…

…gleichzeitig will man die immensen faulen Kredite auslagern.

…Heute aber mußt die Bank bekannt geben, dass ihr Strafen in Höhe von acht Milliarden Euro drohen – man habe aber nur 627 Millionen Euro zurück gelegt, um diese mögliche Strafe zu bezahlen!

Was heißt das?

  1. Zunächst mal hat man offensichtlich in Italien lange ausgeschlafen! 😉 Man hat noch immer die Hausaufgaben der letzten Finanzkrise nicht erledigt. Noch immer faule Kredite? So langsam sollte das ja mal in den Griff zu kriegen sein oder?!
  2. Gleichzeitig hat man offenbar eine dicke Rechnung von der EU für diese lästigen Hausaufgaben bekommen. „Hast du noch immer nicht deine Hausaufgaben gemacht? … Ok! Dafür zahlst du jetzt 8 Mrd. Euro Strafe und gehst früh ins Bett“  Dumm nur, dass man nur 627 Mio. Euro in der Tasche hat. Da will wohl jemand verhandeln?!
  3. Aber warum will man eigentlich unbedingt Anleihen in Aktien tauschen? Ganz einfach: Auf Anleihen muss man meistens einen jährlichen Zins zahlen. Bei Aktien kann man einfach die Dividende kappen. Tolle Idee oder? Jetzt wissen wir, warum die Top-Banker ihren Bonus verdient haben.

Basel IV – der Baselar ist eröffnet!

„Bankenaufseher versprechen lange Übergangsfristen“ Gelesen bei den Kollegen von Handelsblatt.

…Kapitallücken, die durch die Reform entstünden, würden „klein und relativ konzentriert“…

…dass wahrscheinlich eine lange Einführungs- und Übergangsphase Teil dieses Pakets sein wird…

…Europäische Politiker hatten im Vorfeld gefordert, durch die Reformen dürften die Kapitalanforderungen auf keinen Fall deutlich ansteigen…

Was heißt das?

  1. Was ist überhaupt Basel IV, fragt man sich als normaler Mensch? Der Baseler Bankenausschuss ist ein erlauchtes Gremium, dem 27 Länder angehören. 27? Ja, 27! Viele Köche verderben den Baseler Brei…mhm Baseler Brei… 😀  Gemeinsam wollten die Herren nun über eine neue Reform entscheiden, die die Risikoregeln der Banken international festlegen sollte. Von diesen Regeln hängt ab, wie viel Eigenkapital die Banken für ihre Raubzüge… äh ich meine Geschäfte benötigen. Eigentlich nur blabla… im Grunde geht es darum, dass die Bankenbranche in der nächsten Krise nicht wieder zusammenkracht wie ein durchgeweichtes Kartenhaus.
  2. Haha… 😀 „eine lange Einführungs- und Übergangsphase“… das heißt nichts anderes, als dass alle Banken sofort zusammenkrachen würden, wenn man die Regeln jetzt zum Einsatz bringt. Genauso wollen sie die „Kapitallücken“ schön klein halten. Wie wäre es mit gar keinen Kapitallücken? Oder sollen wir in der nächsten Finanzkrise wieder Angst haben, dass der Geldautomat heute mal keine Lust auf Auszahlen hat?!
  3. Im Grunde hat dieses Druidentreffen nichts bewirkt. „Man ist sich nähergekommen“… Ok… das lassen wir mal so stehen. 😯 Im Januar will man sich erneut treffen und alles unter Dach und Fach bringen. Wir hoffen, dass die Finanzmärkte bis dahin nicht den Aufstand proben (ich gucke böse Richtung Italien) und warten ab.
Lass dir nichts erzählen!
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1 Kommentar
  • Sabrina
    3 Dezember, 2016

    Hihi das versuche ich bei meinen Schülern auch mal. Was du hast deine Hausaufgaben nicht gemacht – das macht dann 8 Milliarden Franken xD

    Was denkst du?

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