Der Märchenletter

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Banken ABC

Licht im dunklen Märchenwald

Warum die Stärke einer Währung mit der Stärke eines Landes zusammenhängt

In der globalen Märchenwelt haben alle die freie Möglichkeit ihre Goldtaler zu investieren, wo auch immer sie wollen. Typischerweise werden die meisten Taler immer in dem Land investiert, von dem man erwartet, dass es am stärksten wächst. Denn wächst die Wirtschaft eines Landes, werden die Unternehmen sehr viele Güter und Dienstleistungen verkaufen. Und wo die meisten Güter und Dienstleistungen verkauft werden, ist die Chance am größten, dass ein Märchen-Investor Goldtaler verdienen kann. Und so bewegt sich der globale Goldtaler-Strom immer zu dem Land, dass gerade märchenhaften Wachstumsraten erzielt.

Wenn die Märchen-Investoren also ihre Goldtaler in ein so tolles Land bringen wollen, können sie das jedoch nicht mit ihrer Heimatwährung im Gepäck. Sie müssen vorher die Währung des Märchenlandes kaufen, in dem sie investieren wollen. Das führt dazu, dass der Wert der Währung steigt.

Was hat noch Einfluss auf die Stärke einer Landeswährung? Einem Märchenland, dem es sehr gut geht, erhöht i.d.R. seine Zinsen. Hohe Zinsen ziehen – wie der Honig die Bienen – neue Investoren an, die jetzt ihre Goldtaler in der Landeswährung anlegen wollen. Auch diese Nachfrage führt zu einer stärkeren Währung im Märchenland.

Wie Zinsen Währungen beeinflussen

In welches Märchenland wirst du deine Goldtaler bringen? Ins finstere Märchenland bei den Bergen – hier gibt es 1,5% Zinsen? Oder ins paradisische Märchenland bei den grünen Wiesen – hier gibt’s 5,5% Zinsen?

Sofern du nicht gern allein im Dunkeln bist, wirst du deine Goldtaler ins Märchenland mit 5,5% Zinsen bringen, da es hier die meisten Zinsen gibt. Wenn du deine Taler dort anlegen willst, musst du jedoch zuerst deine normalen Goldtaler in die Währung des Märchenlandes tauschen. du kaufst die Märchenland-Währung und verkaufst dafür deine Goldtaler um die 5,5% Zinsen zu erhalten. Wenn das viele deiner Freunde machen, steigt die Nachfrage nach der Währung des Märchenlandes und somit auch der Kurs.

Aber was ist, wenn in dem paradiesischen Märchenland nun die Zinsen auf 0,5% gesenkt werden? Obwohl du keine dunklen Ecken magst, wirst du nun deine Goldtaler für 1,5% im anderen Märchenland anlegen. du verkaufst also deine Märchenland-Währung aus dem Paradies um deine Taler ins andere Märchenland mit den besseren Zinsen zu bringen. Wenn auch das wieder viele deiner Freunde machen, fällt der Kurs der Währung im paradiesischen Märchenland.

Und so beeinflussen Zinsen Währungskurse. Die Goldtaler werden immer in das Land fließen, indem man am meisten Zinsen erwartet und so den Kurs der Währung steigen lassen.

Aktien und Währungen

Ganz allgemein kann man sagen, dass eine starke Märchenland-Währung negativ für die Entwicklung der Aktien im Land ist. Das liegt vor allem daran, dass ein gestiegener Währungskurs die Aktien in unserem Märchenland für internationale Investoren verteuert und somit unattraktiver macht.

Eine starke Landeswährung macht es auch für die Unternehmer unseres Landes sehr viel schwieriger ihr Produkte in Übersee zu verkaufen, da die ausländischen Käufer nun mehr Goldtaler für diese Produkte in die Hand nehmen müssen. Weniger Umsatz heißt in den meisten Fällen auch weniger Gewinn – und das schlägt dem Aktienkurs wiederrum sehr auf den Magen. Möchte eines unserer Unternehmen nun auch seine im Ausland verdienten Gewinne zurück ins Märchenland bringen, kriegt es aufgrund des gestiegenen Wechselkurses weniger von unserer Märchenland-Währung zurück. Auch das wirkt sich negativ auf den Gewinn und in den meisten Fällen auch auf den Aktienkurs des Unternehmens aus.

Wie Zinsen Anleihen und Aktien beeinflussen

Angenommen du kriegst im Märchenland 3% Zinsen im nächsten Jahr. Deine Märchenland-Anleihe hat eine Verzinsung von 1%. Was würdest du jetzt mit deiner Anleihe machen? Behalten? Wahrscheinlich eher nicht. du verkaufst deine Märchenland-Anleihe weil du davon ausgehst, dass du im Märchenland mehr Zinsen auf „normale“ Goldtaler-Anlagen bekommen wirst. Und genau das passiert auch außerhalb des Märchenlandes. Anleihen werden billiger (Leute verkaufen ihre Anleihen) wenn der Zins steigt, d.h. du kriegst sie für einen günstigeren Preis.

Mit Aktien ist das so eine Sache… Steigende Zinsen bedeuten, dass es der Märchenland-Wirtschaft gut geht. Hohe Zinsen bedeuten aber auch, dass unserere Kredite im Märchenland teurer werden. Wir kaufen uns dann weniger unnützes Zeug, was wiederum den Unternehmen im Land nicht so gut gefällt. Andererseits geht es den Märchenland-Einwohnern in einer stark wachsenden Wirtschaft so gut, dass sie auch mehr Goldtaler verdienen. Und wenn sie wieder mehr Taler haben, kaufen sie auch lieber ein. Manche sagen, dass die positiven Effekte, die negativen überdecken. Aber dazu hat jeder seine eigene Meinung.

Woran du auch denken solltest ist, dass die Märchenland-Anleihe durch den höheren Zins viel billiger geworden ist. Das heißt, du und deine Freunde investieren jetzt vlt. lieber in eine Anleihe als in riskante Aktien. du siehst, man kann den Effekt von Zinsen auf Aktien nicht ganz so einfach bestimmen, wie bei Anleihen. Nicht immer sind steigende Zinsen schlecht für Aktien…. Aber auch nicht immer gut! In jeden Fall machen steigende Zinsen die Investition in Aktien aber interessanter.

Zinsen und Inflation

Den Wirtschaftsmärchen und -Theorien zufolge, führen sinkende Zinsen zu steigenden Preisen (Inflation) durch eine wachsende Wirtschaft und einer schwächeren Währung.

Die Wirtschaft im Märchenland mag fallende Zinsen, weil deren Einwohner nun mehr Goldtaler ausgeben, anstatt sie zu sparen. Auf der königlichen Bank bringen die Goldtaler sowieso nichts mehr. Dann kann man sie ja auch gleich ausgeben. Darüber freuen sich die Unternehmer des Landes, denn ihre Waren werden nun verstärkt auf dem Wochenmarkt nachgefragt. Da die Zinsen auch für Kredite sehr niedrig sind, leihen sich jetzt auch mehr Einwohner des Landes sogar Goldtaler von der Bank und kaufen sich das was sie schon immer mal haben wollten. Gerade ist es ja so günstig sich zu verschulden. Auch die Unternehmen denken nicht anders: Die neue Fabrik könnte man doch jetzt bauen, wo die Zinsen gerade so günstig sind. Neue Fabriken wiederrum führen zu neuen Arbeitsplätzen, über die sich auch die Einwohner freuen, die schon lange keine Arbeit mehr im Königreich bekommen haben. Allen geht es gut. Die Stimmung ist positiv und die Einwohner des Märchenlandes geben gern ihre Goldtaler aus. Die Unternehmen kommen fast gar nicht mehr hinterher mit der Produktion ihrer Waren. Sie erhöhen daher die Preise, weil genug Leute da sind die ihre Güter unbedingt kaufen wollen.

Und dann haben fallende Zinsen auch noch einen Einfluss auf die Währung unseres Märchenandes. Sind die Zinsen niedrig, wollen internationale Investoren nicht mehr ihre Goldtaler im Land anlegen. Warum auch? Ist ja nicht so attraktiv, wie in den anderen Märchenländern! Die Investoren verkaufen unsere Märchenland-Währung und bringen ihr Gold in ein anderes, besser verzinstes Land. Dadurch sinkt jedoch der Wert unserer Märchenland-Währung. Umgekehrt ist es nun für die Einwohner des Märchenlanders teuerer ausländische Produkte zu kaufen. Unsere Währung ist ja im Kurs gefallen und nun müssen importierte Produkte mit mehr Goldtalern der eigenen Währung bezahlt werden.

Was die Inflation mit Schulden macht

Inflation bedeutet in Märchen-Deutsch „Geldentwertung“, das heißt, dass deine Goldtaler von Jahr zu Jahr weniger wert sind. Hast du einen Goldtaler in der Tasche und beträgt die Inflation 2%, ist dein Goldtaler nächstes Jahr nur noch 0,98 Goldcent wert. Die Inflation ist auch der größte Feind der Schulden. Hast du einen Kredit, ist eine hohe Inflation gut für Dich, da die Geldentwertung auch zu einem geringeren Wert deiner Schulden führt. Wie war das? Der Feind meines Feindes ist mein Freund?

Börse und Inflation

Steigt in einem Märchenland die Inflation, wirkt sich das nicht negativ auf die Aktienkurse aus. Generell sagt man, dass die Unternehmen ihre Preise zusammen mit der Inflation im Märchenland erhöhen können. Ist ja eigentlich auch logisch: Steigen die Löhne, werden die Märchenland-Einwohner ihren Mehrverdienst in der Regel auch für mehr Güter und Waren ausgeben. Das erzeugt mehr Nachfrage bei den Unternehmen, welche ihre Preise ebenfalls anheben können. Steigen die Preise, verdienen die Unternehmen mehr und können an ihre Mitarbeiter mehr Goldtaler auszahlen.

Nachteile haben jedoch Investoren, die ihre Taler in Anlagen mit fixen Zinsen untergebracht haben. Sie erhalten immer die gleichen Zinsen unabhängig davon, wie hoch die Inflation ist. Bei steigender Inflation bekommen sie jedoch für ihre fixen Zinsen immer weniger Güter und Waren. Diese Investitionen verlieren also im Umkehrschluss an Wert. Das ist auch der Hauptgrund, warum z.B. Märchenland-Anleihen in einem Umfeld mit steigender Inflation an Wert verlieren.

Warum Deflation blöd ist

Eigentlich wäre es so schön! Die Preise fallen – alles wird billiger. Gut oder? Leider nicht wirklich.

Fallende Preise (auch „Deflation“ im Märchenland genannt) sind für ein Land das schlimmste Übel. Stell dir vor du möchtest dir für deinen Bauernhof im Königreich eine neue Sackkarre kaufen. Du merkst, dass die Sackkarre diese Woche wieder ein paar Goldtaler billiger ist. Das schon die dritte Woche in Folge. Würdest du die Sackkarre jetzt kaufen? Nein, denn du rechnest damit, dass die Karre nächste Woche noch billiger ist. Du verschiebst deinen Kauf also immer weiter nach hinten. Das findet der Hersteller der Sackkarre nicht sonderlich gut. Er merkt, dass seine Karren Ladenhüter sind. Um die Karre für Dich attraktiver zu machen und Dich endlich zum Kauf zu bewegen, macht er sie billiger und billiger. Irgendwann kaufst du die Karre und der Händler hat ein Minusgeschäft gemacht.

Stell dir jetzt vor, nicht nur der Hersteller deiner Sackkarre macht Verlust, sondern auch alle anderen Händler im Königreich machen Verlust. Sie müssen vlt. irgendwann sogar ihren Laden schließen wegen den geringen Einnahmen und ihre Angestellten entlassen. Die entlassenen Angestellten haben nun kein Einkommen mehr und kaufen weniger Waren auf dem Wochenmarkt. Die Händler verdienen nun noch weniger und können sich ihre eigene Ware nicht mehr leisten. Diesen Abwärtsstrudel nennt man Deflationsspirale.

Denk auch daran, dass Inflation teuer für dich ist, wenn du deine Goldtaler nicht ausgibst. Liegen deine angesparten Goldtaler einfach nur rum, verlieren sie ja wegen der Inflation jeden Tag an Wert. Inflation motiviert dich also deine Taler auszugeben und in die Wirtschaft zu stecken. Du suchst Methoden wie du es vermehren kannst, investierst z.B. in eine neue Fabrik und hilfst so anderen.

Ganz wichtig ist auch, dass eine Inflation zur Entwertung von Schulden beiträgt. Wäre das nicht so, würden viele Menschen ihre Goldtalter nur noch dafür verwenden ihre Schulden zurück zu zahlen, anstatt es auszugeben und zu investieren.

Rendite von Anleihen

Das ist ganz einfach: Steigt der Preis einer Anleihe, sinkt deren Rendite. Sagen wir, du besitzt eine königliche Märchen-Anleihe mit einem Zins von 5%. Für die Märchen-Anleihen zahlst du 100 Goldtaler. Deine Rendite ist 5% (5/100 = 5%). Keine Überraschung. Jetzt kostest die Anleihe nächstes Jahr nicht mehr 100 Goldtaler, sondern 200 Goldtaler. Deine Rendite beträgt jetzt… na? Richtig, 2,5% (5/200 = 2,5%). Warum aber sinkt die Rendite? Der Zins einer Anleihe ist fix. Die einzige Möglichkeit, die die Anleihe hat um auf Marktentwicklungen zu reagieren ist ihr Preis. Je höher der Preis, desto geringer daher die Rendite.

Warum Zentralbanken 2% Inflation wollen

Das wichtigste Ziel der EZB (europäische Zentralbank) ist es, die Preise im Königreich auf einem stabilen Niveau zu halten. Ihr ist es lieber, dass die Preise jedes Jahr leicht steigen, als dass sie in einer Deflation sinken. Sie kämpft sehr hart für ihr Ziel, da eine Deflation aus wirtschaftlicher Sicht das Schlimmste wäre, was einem Königreich im Märchenland passieren könnte. Die Inflation ist das kleinere Übel weil sie ja grundsätzlich für eine wachsende Wirtschaft steht. Und wenn die Wirtschaft im Königreich wächst, geht es vielen Einwohnern gut. Um ganz sicher zu gehen, dass die Deflation schön weit weg bleibt, möchte die EZB daher jedes Jahr etwa 2% Inflation erreichen.